Miley Cyrus macht es vor

Was ist Twerking?

Das sogenannte Twerking ist in aller Munde seit Miley Cyrus Ende August eine mehr oder minder gelungene Aufführung des Tanzes auf die Bühne der MTV Video Music Awards gebracht hat. Der Auftritt sorgte für Diskussionen: Das Reiben ihres Hinterteils an der Scham von R&B-Sänger Robin Thicke stieß nicht nur bei den Moralwächtern in den USA auf Kritik. Trotzdem wurde das Wort „twerk“ nur wenige Tage später in die Oxford Dictionaries Online aufgenommen, sowohl in die britische als auch US-amerikanische Version.

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Nun auch offiziell in der englischen Sprache: twerk / Grafik: Kathrin Tschorn

Nun auch offiziell in der englischen Sprache: twerk / Grafik: Kathrin Tschorn

Beim Twerking muss man sich nicht zwangsläufig mit dem Hintern an einer anderen Person reiben, obwohl das mittlerweile gang und gäbe ist. Dadurch dass seine Hauptbewegungen durch das Gesäß ausgeführt werden, beinhaltet der Tanz ohnehin eine stark sexuelle Komponente. So definieren die Oxford Dictionaries Online (ODO) Twerk als „Tanz zu Populärmusik auf eine sexuell aufreizende Art und Weise“, der „stoßende Hüftbewegungen und eine tiefe, hockende Haltung“ beinhaltet.

Dass Twerking in „the world’s most trusted dictionaries” aufgenommen wurde, begründen die Verantwortlichen unter anderem mit dem Hype um den Tanz, ausgelöst durch Miley Cyrus‘ Auftritt bei den MTV Video Music Awards. Tatsächlich existiert Twerking jedoch schon viel länger. Es wird vermutet, dass es von afrikanischen Tänzen abstammt, zum Beispiel dem westafrikanischen Mapouka, dem „Tanz des Pos“, dessen öffentliche Vorführung im Fernsehen an der Elfenbeinküste verboten wurde – was seine Beliebtheit nur gesteigert hat.

In den 1990er Jahren breitete sich Twerking dann in der US-Hip-Hop-Szene aus. Hauptsächlich sind es Frauen, die twerken. Aufgrund dessen und der Herkunft des Tanzes werden mit ihm frauenfeindliche – manchmal wird er als „Huren-Tanz“ bezeichnet – sowie rassistische Konnotationen verbunden. Tatsächlich ist er jedoch eng verwandt mit dem orientalischen Bauchtanz.

Um zu twerken, braucht es nicht viel – eigentlich nur ein schüttelbares Gesäß. Vielleicht sah Miley Cyrus ja in Ermangelung eines solchen bei ihrem Auftritt so verkrampft aus.

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Über Kathrin Tschorn

Kathrin Tschorn | Freiberufliche Musikredakteurin und Lektorin, beheimatet in Berlin. Stets Musik aus den Bereichen Pop, Rock, Indie, Jazz sowie allem dazwischen auf den Ohren und eine Tastatur unter den Fingern.