Musikalisches Kalenderblatt: Am 20.09.1957 starb Jean Sibelius

Als der finnische Komponist Jean Sibelius vor 56 Jahren, am 20. September 1957, starb, hatte er die musikalische Landkarte für immer verändert. Finnland war kein weißer Fleck mehr im Weltatlas der Musik – dafür hatte vor allem seine berühmte Sinfonische Dichtung „Finlandia“ gesorgt, die heute aus den Konzertprogrammen der Welt nicht mehr wegzudenken ist.

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Jean Sibelius um 1889 (unbekannter Fotograf, Quelle: Wikimedia Commons)

Jean Sibelius um 1889 (unbekannter Fotograf, Quelle: Wikimedia Commons)

Tatsächlich war die Komposition der „Finlandia“ auch politisch mit der Frage der finnischen Identität eng verbunden. Als Sibelius das Werk 1899 komponierte, war Finnland Teil des Russischen Reiches und hatte unter einer Russifizierungswelle zu leiden. Mit seiner Sinfonischen Dichtung beteiligte sich Sibelius an einer der so genannten „Pressefeiern“ zur Unterstützung finnischer Journalisten. „Finlandia“ entwickelte sich schon bald zu einer Art inoffizieller finnischer Nationalhymne und sensibilisierte durch eine Aufführung bei der Pariser Weltausstellung im Jahr 1900 auch die Weltöffentlichkeit für die finnische Frage.

Eine weitere wichtige und viel gespielte Komposition aus der Feder von Jean Sibelius ist sein Violinkonzert in d-Moll op. 47. Schließlich war Sibelius selbst ausgebildeter Geiger. Geboren am 8.12.1865 im finnischen Hämeenlinna begann er schon als Kind mit dem Violin- und Klavierspiel. Ersten regelmäßigen Violinunterricht erhielt er ab 1880 bei Gustav Levander, ab 1885 studierte er Geige am Musikinstitut in Helsinki und parallel dazu Jura an der Universität. Ab 1889 setzte er seine musikalischen Studien in Berlin und Wien fort und kehrte 1891 nach Helsinki zurück.

1905 wurde sein Violinkonzert in Berlin unter Richard Strauss uraufgeführt, 1906 dirigierte der legendäre Pultstar Arturo Toscanini erstmals ein Werk von Sibelius. Von da an verbreitete sich der Ruf des finnischen Komponisten in der ganzen Welt. Am 20. September 1957 starb er bei Järvenpää in Finnland.

Nachdem seine sieben Sinfonien zunächst hauptsächlich in den USA populär waren, sorgten die Gesamteinspielungen von Leonard Bernstein und Lorin Maazel sowie einige Aufnahmen unter Herbert von Karajan in den 1960er Jahren auch im deutschsprachigen Raum für die Anerkennung des sinfonischen Schaffens. Mit seiner 2013 erschienenen Biografie „Jean Sibelius und seine Zeit“ (Laaber-Verlag) trug der Musikwissenschaftler Tomi Mäkelä zu einer weiteren, tiefgreifenden Auseinandersetzung mit dem Leben und Schaffen von Jean Sibelius bei.

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