Mit Finntroll im Tourbus

Ein Gespräch mit Sänger Mathias „Vreth“ Lillmans

Trollischer Nachschlag: Nach unserer Review des Finntroll-Gigs in Hannover, folgt hier nun das Gespräch mit dem Unterweltenkönig selbst. Mathias „Vreth“ Lillmans entführte uns in seinen Tourbus, wonach man nie wieder etwas von uns sah oder hörte. Nein, so fies sind die axtschwingenden Skandinavier gar nicht, im Gegenteil, Mathias ist sogar ein sehr höflicher und liebenswerter Troll und von seiner ansprechenden Optik wollen wir gar nicht erst anfangen.

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Kann nicht nur gut kreischen, sondern sieht auch noch verdammt gut aus: Mathias "Vreth" Lillmans (Quelle: Karydwen Photography)

Kann nicht nur kreischen, sieht auch noch verdammt gut aus: Mathias „Vreth“ Lillmans (Quelle: Karydwen Photography)

Amusio: Hallo Mathias, schön dich endlich wieder hier in Deutschland zu haben. Fangen wir simpel an: Der Titeltrack eures neuen Albums „Blodsvept“ hat ja ein barbarisches Konzept, erzählst du uns nochmal die Geschichte?

Mathias: Wir versuchten das Augenmerk auf die Natur zu richten, die schon so ewig existiert, über die aber keiner spricht, während ein Mensch eine maximale Lebensspanne von hundert Jahren hat, aber dennoch als ewiger Held gefeiert werden kann. Die Geschichte selbst handelt von einem Krieger, einer Art Gladiator, der ein großer Kriegsheld ist, im Generellen aber nichts weiter kann, außer andere Menschen zu töten. Und sobald der Krieg vorbei ist, kümmert sich keiner mehr um ihn und er wird vergessen.

Denkst du, dass es einfach die menschliche Natur ist, nur loszuziehen und andere umzubringen? Das können wir Menschen ja leider Gottes am Besten, wie die Geschichte zeigt…

Nein, ganz so schlimm würde ich es nicht formulieren, aber was schon sehr auffällt, ist, dass diese Krieger doch sehr als Helden verehrt werden, obwohl sie eigentlich nichts wirklich Positives geleistet haben.

Warum seid ihr eigentlich ausgerechnet Trolle? In der Folk Metal Szene kommen die meisten doch eher als Wickinger oder Barbaren daher, wieso haltet ihr das anders?

Mittlerweile sind wir ja gar nicht mehr klassische Trolle, sondern eher… (denkt nach) unterentwickelte Primitive, skandinavische Gestalten, die schon viel länger existieren, als die Menschheit. Aber seit den letzten zwei Alben, versuchen wir ja ein bisschen uns „in die Gesellschaft einzufinden“, wie man ja an unseren schrägen modernen Kostümen sieht, aber das geht brutal schief und wir sind in Wirklichkeit immer noch die kleinen Hinterwäldler (lacht)

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Über Anne-Catherine Swallow

Geboren 1987 in Heidelberg, aufgewachsen in Paris, Diplom Kreatives Schreiben & Kulturjournalismus aus Hildesheim. Zu haben für alles, was laut, düster und böse ist.