„Sea + Air“ live in Leipzig

Die Eroberung der Regenbogenherzen

Seit geraumer Zeit freute ich mich auf das Konzert von „Sea + Air“ in der Moritzbastei in Leipzig. Vor einigen Monaten hatte ich die Empfehlung über einen Freund bekommen und wollte die Band deshalb unbedingt mal live bewundern. Am gestrigen Sonntag war es dann endlich soweit. Der Abend wurde von der norwegischen One-Man-Discothek „Leif Of The Future“ eröffnet. Die Gitarre um den Hals geschnallt und knarzige Elektro-Beats abfeuernd, heizte der Musiker den erstaunlicherweise recht zahlreich erschienenen Gästen mit Sprungeinlagen und einem Lächeln im Gesicht ein. Zum Abschluss des Konzerts kam dann wieder ganz die Generation 2.0 durch: IPhone gezückt und die Zuhörer für Mutti daheim gefilmt! Sympathisch.

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"Sea + Air" live in der Moritzbastei Leipzig / Foto: DOminique Behlau

„Sea + Air“ live in der Moritzbastei Leipzig / Foto: Dominique Behlau

Dann traten sie endlich unter Begleitung mystischer Klänge aus dem Nebel hervor: Eleni und Daniel Benjamin als „Sea + Air“. Fast rituell entzünden beide eine Art Fackel und stehen sich von Angesicht zu Angesicht gegenüber. „Das kann nur gut werden!“, dachte ich.

Es folgten drei Songs am Stück. Der Zusammenklang von Cembalo, Gitarre und Falsettgesängen beamte mich sofort in die Zeit das Barock. Dabei war es interessant zu beobachten, welch unterschiedliche Ausstrahlungen die beiden Musiker/innen haben: Eleni an Cembalo und Synthesizer: Kühl und distanziert, aber dennoch in der Musik verloren. Daniel: Schlagzeug, Gesang und Gitarre gleichzeitig bearbeitend, stets die Menge im fokussierten und konzentrierten Blick.

Mit weiterer Dauer des Konzerts bekommt das Publikum dann nicht nur wunderschöne Songs, sondern auch Unterhaltung in Form von witzigen Ansagen und Interaktionen geboten. Einer der intensivsten Momente des Sets fand sich in der Mitte des Konzerts: Am Ende eines Stücks übernahm das Publikum komplett den choralartigen Gesang und trug ihn a capella vor. Gänsehaut pur. Natürlich durften auch kleine Hits , wie „The Heart Of The Rainbow“ und „Do Animals Cry“ nicht fehlen.

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Über Peter Geuze

Lebt und arbeitet als Musiker, Musiklehrer und freiberuflicher Musikredakteur in Leipzig. Lieblingsthema ist rockige Gitarrenmusik, aber auch für andere Klänge hat er stets ein offenes Ohr.