Review

Dexter – S08E12 – Remember the monsters?

Stirbt er? Stirbt er nicht? Falls er stirbt: Wie stirbt er? Falls nicht: wieso nicht? Die quotenstarke Serie über den Antihelden Dexter stolperte vor wenigen Stunden in ihr Finale. Dem dürfte ein Großteil eingefleischter Fans allerdings gelangweilt entgegengegähnt haben. Die Erwartungshaltungen waren auch bei mir dermaßen niedrig, dass die finale Pointe mich dann doch leidlich positiv überrascht hat.

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Quelle: dexterdaily.com

bitte schön: FINALE; Quelle: dexterdaily.com

Über weite Strecken dieser letzten Staffel ertranken die Charaktere in Kitsch, klebrig wie Zuckerwatte. Das Regenbogen-Farbdesign und die Easy-living-Settings der Show machten die moralischen  Handlungsverwerflichkeiten der Protagonisten erträglich (siehe: hier), aber wenigstens gab es dieses wunderschöne, dissonante Violinenthema im Score, das die wütende Essenz des pseudospychopathischen Inhalts prägnanter herausarbeitete als jeder Dialog bis dato. Auch musikalisch schlug die achte Season eine Richtung ein, die sämtliche Schwärze weichspülte, was natürlich der Liebesgeschichte zwischen Dexter Morgan (Michael C. Hall) und Hannah McKay (Yvonne Strahovski) geschuldet ist, dem Rest allerdings nicht sonderlich gut tat. Das Extra „creepyness“, wie es Komponist Daniel Licht in einem Featureinterview auf dexterdaily.com bezeichnet, konnte ich jedenfalls nicht heraushören.

Jacob Elway (Patrick Flaney), mein Lieblingscharakter aus dieser Staffel, wird mit einem pointierten Schlaf des Erniedrigten (Dexters Standardgift) herausgestrichen, damit Hannah mit Harrison der Sonne entgegengehen kann, was sie – hier der letzte große Plottwist – alleine tun muss. Herzschmerzalarm. Kann man so schreiben, kann auch so bleiben, wobei auch dieses Mutter-Sohn-Gespann das Karma früher oder später einholen dürfte. Hoffentlich.

Jennifer Carpenter, die sich mit ihrer Rolle als Debra wohl noch Hoffnungen auf einen Golden Globe macht, war stets für (über-)emotionale Authentizität zuständig, um die stoische Rationalität ihres Bruders zu kompensieren. Nach schnulzigen Abschiedsworten und großen Emotionen gibt es Komplikationen mit der Sauerstoffzufuhr, und Debras Hirn schaltet sich ab. Es bleibt die Hoffnung auf ein Wunder. Zumindest Monster, so informiert uns eine Rückblende in nostalgischen Brauntönen, gibt es keine – „it’s just the absence of light, Deb“.

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Über Bowls Götzke

Bowls Götzke | Musiker, Schreiber, No-Budged-Filmemacher, Manager, Künstler, Motto: .sTyle ist nicht alles, aber ein Tyle davon.