No Doubt und Coldplay haben Musik zu verschenken…

… schließlich haben wir doch Finanzkrise. Und welche Geste eines Musikers wäre in solch schwierigen Zeiten großzügiger, als seinen Fans einfach etwas zu schenken? Das dachten sich wohl die Bands Coldplay und No Doubt.

Beginnen wir doch mit der Band No Doubt um Frontfrau Gwen Stefani: No Doubt haben am Freitag, den 1. Mai in New York ein Gratiskonzert

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Quelle: compulsiveprep_8 / CC

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Und warum?? Haben sie schon genug Millionen? Wollten sie den armen, hungrigen, Finanzkrisen-geschädigten No Doubt Fans etwas Gutes tun? Nein! Die Antwort ist simpel und effektiv. Wundervolle PR für den ersten LIVE-Auftritt nach einer fünfjährigen künstlerischen Pause.

Das Konzert fand am Rockefeller Plaza in Manhatten statt. Dort bot Stefani die größten No Doubt Hits der Neunziger dar, wie „Don’t Speak“ und „Spiderwebs“ vor Hunderten von Fans dar. An sich eine schöne Sache und eine nette Aktion, seinen Fans einfach mal eben so einen kostenlosen Gig zu spendieren, vor allem als weltbekannte Kultband aus den Neunzigern.

Aber, wenn bloß das Wörtchen „aber“ nicht wäre! Wer schon mal bei einem Band- oder Solokonzert Gwen Stefani LIVE hat singen hören, weiß worauf ich hinaus möchte… ja, angenehm klar und harmonisch wie auf einem Studioalbum klingt ihre Stimme bei Auftritten überhaupt nicht.

Im Gegensatz dazu kann jeder stimmbrüchige Jugendliche die Singstar-Version ihres Songs „What You Waiting For“ besser performen. In einen solchen „Hör-Genuss“ müssen offensichtlich auch die Fans in New York gekommen sein…

Quelle: LuxTonnerre / CC

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Kommen wir zur zweiten Band, die was zu verschenken hat: Mittelmaß-Softrockpopper Coldplay (wobei: das Album“Viva La Vida“ war wirklich nicht übel). Die Gruppe plant nämlich, während ihrer anstehend Tour durch die USA ein ganz besonderes LIVE-Album herauszubringen – und dieses umsonst an Konzertbesucher zu verteilen.

Die Softie-Band um Leadsänger Chris Martin möchte unbedingt, dass wirklich jeder an die CD mit neun Songs herankommt. Die Platte wird nicht über den regulären Handel gehen. Die CD soll eine Art Dank an die nordamerikanischen Coldplay-Fans sein. Wer nicht zu einem Coldplay-Konzert gehen kann, jedoch diese milde Gabe trotzdem abstauben möchte, für den gibt es die Möglichkeit, sich die Live-Songs kostenlos auf der Coldplay-Seite herunterzuladen.

Einen Verlust machen beide Bands mit ihren Aktionen nicht. Coldplay etwa bekommt so die Gelegenheit, ihre Tour gut zu vermarkten: sie wird als die Tour in Erinnerung bleiben, bei der Coldplay CDs verschenkt haben. Doch allen Ernstes: im Grunde sind die meisten LIVE-Alben nichts wert. Es gibt wirklich nur ganz seltene Ausnahmen von Live-Alben, die qulitativ hochwertiger waren als Studioalben. Denn eine Live-Version hört man einmal, erinnert sich an die tolle Stimmung oder stellt sich vor, wie toll die Stimmung gewesen wäre – und sortiert sie dann ganz unten in den Schrank, um sie nie wieder auszupacken.

Danke No Doubt! Danke Coldplay. Ihr zeigt mit euren Aktionen wahre Nächstenliebe!

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