Maria Mena im Gespräch

„Fuck you, I don’t care, thank you“

Der Song „Fuck You“ handelt von Internet-Mobbing. Warum hast du zu diesem Thema ein Lied geschrieben?
Weil ich es erlebt habe. Ich hatte einige Kommentare auf YouTube über mein Gewicht gelesen. Während der Entstehung der letzten Platte „Viktoria“ hatte ich zugenommen; das war Teil meiner Genesung. Aber ich wurde deshalb angegangen. Ich wollte mich allerdings nicht dazu herablassen, online darauf zu antworten, musste aber irgendwie reagieren. Der Song ist eine direkte Antwort auf die Kommentare. Dabei ist „Fuck You“ allerdings kein wütender Song, er zelebriert eher, dass ich in der Lage bin, es zu sagen: Fuck you, I don’t care. Thank you.

Maria Mena hat mit "Weapon In Mind" zu sich selbst gefunden / Foto: Kathrin Tschorn

Maria Mena hat mit „Weapon In Mind“ zu sich selbst gefunden / Foto: Kathrin Tschorn

Es ist also ein Interessiert-mich-nicht-Song?
Ja. Aber mir ist auch klar, dass Cyber-Mobbing heutzutage generell ein Thema ist. Soziale Medien sind noch so neu, dass wir nicht wirklich wissen, welche Auswirkungen sie haben können. Ich bin eine erwachsene Person, kann mich umdrehen und sagen „Interessiert mich nicht“. Aber ich glaube, ich würde nicht so reagieren, wenn ich 13 Jahre alt wäre.

Dein „Fuck You“ singst du sehr sanft. Wann wolltest du das letzte Mal richtig laut „Fuck you“ schreien?
Das war gestern, aber das kann ich hier nicht erzählen. Ich war sehr wütend und habe kein Problem damit, das mitzuteilen und Leute zurechtzuweisen. Ich bin allerdings beängstigend, wenn ich wütend bin, also versuche ich, es nicht so oft zu werden. Generell habe ich allerdings große Probleme mit Menschen, die unfair oder rassistisch sind.

Deine Songs sind sehr persönlich. Ist es nicht schwierig, seine Gefühle der ganzen Welt zu offenbaren?
Nein. Ich entscheide, den Song zu schreiben und die Geschichte zu erzählen. Aber ich bin auch die einzige, die die ganze Wahrheit kennt; es ist meine Geschichte.

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Über Kathrin Tschorn

Kathrin Tschorn | Freiberufliche Musikredakteurin und Lektorin, beheimatet in Berlin. Stets Musik aus den Bereichen Pop, Rock, Indie, Jazz sowie allem dazwischen auf den Ohren und eine Tastatur unter den Fingern.