Gregory Porter: Liquid Spirit

Ergreifende Songs voller Seele

Den Gesangspart im Jazz haben zuletzt vor allem Sängerinnen geprägt. Seit 2010 ist mit Gregory Porter eine beachtliche männliche Stimme hinzugekommen. Der vorher am Broadway tätige Sänger hat sich in nur drei Jahren eine große Fangemeinde erarbeitet und Ende August seine neue CD „Liquid Spirit“ herausgebracht. „Gimme a Blues Song, tell the World what´s wrong, and a Gospel Singer, giving those Messages of Love, and a Soul Man with your Heart in the Palm of his Hand, singing his Storys of Love and Pain.“ Der Wunsch, den Porter in seinem Song „Musical Genocide“ auf seinem Debut bei Blue Note äußert, ist eigentlich überflüssig.

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Liquid Spirit: das dritte Album von Gregory Porter Quelle: Universal Music

Liquid Spirit: das dritte Album von Gregory Porter
Quelle: Universal Music

Nach dem Durchhören der CD ist sofort klar, dass Porter selbst all das auf einem soliden Jazzfundament leistet. Er gibt den Soul-Shouter auf „Free“, singt den Motown-Klassiker „The In Crowd“ mit jeder Menge Blues-Feeling und beim Titelsong „Liquid Spirit“ kann man sich Porter sehr gut als singenden Zeremonienmeister eines Soul-Gottesdienstes vorstellen. Porter bezieht die Wurzeln der afroamerikanischen Musik gekonnt in seinen Vokaljazz mit ein. Er baut das Fundament seiner größtenteils eigenen Songs stärker auf dieser musikalischen Tradition auf als auf den mehr dem Straight-Ahead-Jazz verpflichteten Vorgängern „Water“ und „Be Good“.

Diese Weiterentwicklung ist behutsam, schließlich setzt Porter auf die Musiker, die ihn schon seit Jahren begleiten: Pianist Chip Crawford als musikalischer Direktor, Schlagzeuger Emanuel Harrold, Bassist Aaron James, Altsaxofonist Yosuke Sato und Tenorsaxofonist Tivon Pennicott. Bei einigen Stücken wird die Band um Trompeter Curtis Taylor und Organist Glenn Patscha ergänzt. Die Musiker bieten ihm die Grundlage für seine faszinierende Altstimme, die mal zärtlich sanft, mal energisch und laut die Botschaften des Sängers trägt.

Ein in sich rundes, sehr stimmiges und organisches Album eines Ausnahmesängers, der im November zusammen mit Lizz Wright im November in Deutschland auf Tour ist.

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