Meine Top 3

Die coolsten Tool Videos

Neulich brachte meine Kollegin Anne in der Redaktion das Thema „Die coolsten animierten Musikvideos im Metal“ auf. Dabei musste ich sofort an die Tool Videos denken. Es war schon eine Weile her, dass ich sie zuletzt gesehen hatte, deshalb schaute ich sie mir gleich noch mal an. Manchmal ist es so, dass einem ein Video mit ein paar Jahren Abstand nicht mehr so gut gefällt, weil sich der Geschmack vielleicht geändert hat oder sei es auch, weil sich die Technik weiterentwickelt hat und ein Video mittlerweile angestaubt aussieht.

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Stinkfist Screenshot Horrortrip in Blau, Regie: Adam Jones, Copyright: Volcano (Sony Music)

Stinkfist Screenshot – Horrortrip in Blau, Regie: Adam Jones, Copyright: Volcano (Sony Music)

Was die Tool Videos betrifft, so ist das Gegenteil der Fall. Sie knallen immer noch und gefallen mir mehr denn je. Außerdem  habe ich eine Vorliebe für verwaschene Farben und eine Affinität zu Rost und abblätternder Farbe. 28 Jahre in einer Industriestadt haben da wohl ihre Spuren hinterlassen…

Tool haben bei ihren Videos einen entscheidenden Trumpf in der Hand und das ist  Adam Jones. Der spielt nämlich nicht nur Gitarre, sondern studierte auch F/X Technik und arbeitete drei Jahre in der Effektschmiede des Meisters Stan Winston. Bei Tool ist Adam für die ganze visuelle Seite der Band verantwortlich und er kreierte bis dato neun ultracoole Videos.

Ich stelle hier meine Top 3 vor. Eine Wertung kann ich dabei aber echt nicht vornehmen, denn sie flashen mich alle ganz gewaltig. Deshalb stelle ich sie einfach in chronologischer Reihenfolge vor.

Sober (1993)

Beim ersten Clip arbeitete Jones mit Fred Stuhr zusammen, der für die die Regie in diesem Stop-Motion Video verantwortlich zeichnete. Ein großartiger düsterer Film, der auch schon eine Reihe der Elemente vorwegnahm, die später das Markenzeichen der Tool Videos werden sollten – die Mischung aus Organischem und Technischem, die mechanischen, fragmentierten Halbwesen…
Der Protagonist des Clips erinnert mich an Edvard Munchs Gemälde „Der Schrei“ und ein bisschen auch an frühe Filme von Lynch und Cronenberg.  Es ist übrigens das einzige Videos (vom allerersten Video Hush mal abgesehen) in dem die Bandmitglieder, wenn auch nur in kurzen verwischten Überblendungen, auftauchen.

Prison Sex (1994)

Bei Prison Sex übernahm Adam Jones dann erstmalig allein die Regie und schuf ein kleines Meisterwerk. Das Video handelte sich aber auch eine Menge Kritik ein, weil es wohl reichlich verstörend wirkte. MTV hat ziemlich schnell gekniffen und nahm es nach kurzer Zeit aus dem Programm. Aber Kunst muss auch dahin gehen, wo’s weh tut. Und ganz zu Recht wurde das Video dann trotz des Boykotts  bei den MTV Music Awards 1995 als bestes Video in der Kategorie „Best Special Effects“ nominiert.

Stinkfist (1996)

Stinkfist vom Album Ænema wurde von MTV zwar gespielt aber vorsorglich änderte man den Titel in Track #1. Die „Stinkefaust“ war dem Sender wohl eine Spur zu hart.
Was für ein grandioser Horrortrip in Blau, irgendwo zwischen Videodrome, Brazil und Alien 4 auf LSD. Großes Kino!

Die anderen Tool Cips sind natürlich auch mächtig cool und sehenswert. Ihr findet sie hier.

Ich hoffe dieses kleine Wiedersehen mit den Tool Videos hat Spaß gemacht und wer sie noch nicht kannte, ist jetzt vielleicht um eine (Seh)Erfahrung reicher. Wir wünschen angenehme Träume.

 

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Über Mick Baltes

Jahrgang 1962, studierte Politikwissenschaft und Kunst in Duisburg. Hat Spaß an Blues, Rock und gutem Songwriting. Ist Cineast und TV-Junkie. Arbeitet als Redakteur und Webdesigner.