Musikalisches Kalenderblatt

Am 27.09.1921 starb Engelbert Humperdinck

Heute vor 92 Jahren, am 27. September 1921, starb in Köln der Komponist Engelbert Humperdinck. Ohne sein Schaffes wäre das Leben vieler operninteressierter Leser vermutlich anders verlaufen, bedeutete und bedeutet doch Humperdincks Oper „Hänsel und Gretel“ für zahlreiche Kinder den ersten Kontakt mit dem Musiktheater und den Beginn einer langen und wunderbaren Freundschaft.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Otto Böhler (1847-1913): Engelbert Humperdinck („Hänsel und Gretel“), Quelle: Wikimedia Commons

Otto Böhler (1847-1913): Engelbert Humperdinck („Hänsel und Gretel“), Quelle: Wikimedia Commons

Geboren wurde Humperdinck am 1. September 1854 in Siegburg, wo er bis heute mit einem jährlichen Musikfest geehrt wird. Von hier war sein Weg zu einem erfolgreichen und anerkannten Komponisten alles andere als einfach. Nach dem Abitur am Paderborner Gymnasium Theodorianum schlug er zunächst dem Wunsch des Vaters folgend die Architektenlaufbahn ein. Seine Liebe gehörte aber schon damals der Musik. 1872 wurde er von Ferdinand Hiller am Kölner Konservatorium aufgenommen, wo er fünf Jahre studierte. Anschließend setzte er seine Studien in München fort.

Schon früh errang er wichtige Preise wie den Preis der Frankfurter Mozartstiftung oder den Mendelssohn-Preis, der ihm einen einjährigen Aufenthalt in Italien ermöglichte Dort lernte er in Neapel im Jahr 1880 Richard Wagner kennen. Daraufhin arbeitete Humperdinck ab Januar 1881 als Assistent Wagners im Festspielhaus in Bayreuth und half bei der Vorbereitung der Uraufführung des „Parsifal“.

Damit war Humperdinck im damals zwischen den Anhängern von Wagner und Brahms musikalisch geteilten Deutschland eindeutig positioniert und hatte sich vom konservativen Kreis seiner Lehrer abgewandt. Seine weitere Karriere wurde dadurch deutlich erschwert. So wurde etwa seine Bewerbung an der Universität Bonn mit den Worten „Wagnerianer nehmen wir nicht“ abgelehnt.

Eigentlich war es dann erst der Erfolg seiner Oper „Hänsel und Gretel“, der seinen Schwierigkeiten ein Ende bereitete. Nach der Uraufführung am 23. Dezember 1893 verbreitete sich das Werk rasch auf den deutschen Bühnen und ermöglichte ihm bald den Kauf einer Villa in Boppard am Rhein. Noch heute ist Humperdinck vor allem für diese Oper bekannt, doch lohnen auch seine anderen Werke, wie die Opern „Königskinder“ und „Dornröschen“ oder die Chorballade „Die Wallfahrt nach Kevlaar“ eine Wiederentdeckung.

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!