Bowie is back – die Auferstehung eines Pop-Chamäleons nach 10 Jahren Auszeit

David Bowie ist zurück. Mit „The Next Day“ veröffentlicht der 1947 als David Robert Jones geborene Brite am 12.3. sein erstes Album nach zehn Jahren. Bei iTunes kann man das Album bis zum Tag der Veröffentlichung kostenlos und komplett anhören.

Bowie war untergetaucht. Von der Erdoberfläche verschwunden. Oder doch nicht? Was hat „Ziggy Stardust“ getrieben während der letzten Dekade? Hatte er Drogenprobleme? Musste er seinem Alter Tribut zollen? Hat er sich in die Rocker-Rente verabschiedet?

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David Bowie. Foto: Jean-Luc Ourlin

David Bowie. Foto: Jean-Luc Ourlin

In Wahrheit waren es wohl eher gesundheitliche Bedenken nach einem Herzinfarkt 2004, die den Mittsechziger dazu bewogen, kürzer zu treten und nur noch handverlesene Projekte zu verfolgen.

Klar ist: mit einem weiteren Album von einem der innovativsten, wandlungsfähigsten und charismatischsten Künstlern der letzten 50 Jahre konnte man nicht mehr unbedingt rechnen. Umso schöner, dass es doch noch dazu kommt.

In der ersten Single des neuen Albums, „Where are we now“, einem langsamen, nachdenklichen und subtilen Song nimmt Bowie dabei wieder auf Deutschland bezug. Wie Fans wissen, verbrachte Bowie in den Siebziger Jahren etliche Jahre im West-Berliner Stadtteil Schöneberg. Dort entstand auch das legendäre „Heroes“ im Zuge der von Tony Visconti produzierten „Berlin-Trilogie“. Mit Visconti nun nahm Bowie auch das neue Album auf.

„Had to get the train
From Potsdamer Platz
You never knew that
That I could do that
Just walking the dead“

So lauten die ersten Zeilen des neuen Songs. Ob sie eine neue Ära in Bowies von zahllosen Brüchen markierter Karriere darstellen? „A man lost in time near KaDeWe, just walking the dead“ summt es in der zweiten Strophe düster. Unentschlossen, zweideutig und zaghaft ist der Song, denke ich. Beim zweiten hören gefällt er mir schon besser. Beim dritten Mal kriecht er mir unter die Haut. Typisch Bowie.

Flotter schon geht es dann zu bei „The Stars are out tonight“, dem soliden Midtempo- Eröffnungstrack. Hier plärren die Gitarren, das Schlagzeug treibt nervös voran, und man spart nicht mit dem Einsatz von Synthesizern. Das kennt man von Bowie? Aber ja!

Es scheint, als habe sich das Pop-Chamäleon einmal zur Abwechslung nicht neu erfunden. Er ist sich eher treu geblieben, zitiert sich selbst und lässt seine Laufbahn in den Songs revue passieren. Das sei Bowie jetzt, mit 66, aber zur Abwechslung auch mal gestattet.

Wie gesagt: wer auf den Geschmack gekommen ist, kann bei iTunes reinschauen und sich die LP in voller Länge anhören!

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