Stumpf ist Trumpf

Broken Hope – „Omen Of Disease“

Bereits Ende der 80er im zarten Teenageralter gründete sich die Brutal Death Metal-Kapelle Broken Hope. Nach ihrer Auflösung im Jahre 2002 rottete sich der brachiale Fünfer nun wieder zusammen, erhob sich frisch erstarkt aus der Versenkung, um 2013 den zweiten Frühling zu erleben. Mit im Gepäck ihr Comeback-Album „Omen Of Disease“, das den heutigen Jungspunden des Genres endgültig zeigen soll. wo die wildwütende Death Metal-Keule begraben liegt.

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Broken Hope "Omen Of Disease" Cover Artwork

EXTREM: Broken Hope kehren mit „Omen Of Disease“ zurück!
(Quelle: Century Media Records)

Nach den Chirurgenstahl-Experten Carcass kehrt mit der Platte „Omen Of Disease“ (VÖ 27.09.2013) ein weiteres Death Metal-Urgestein zurück: Broken Hope.

Bereits 2007 wollte die US-Truppe, die ihr letztes musikalisches Lebenszeichen mit ihrer 1999 veröffentlichten Platte „Grotesque Blessings“ von sich gab, den bluttriefenden Death Metal-Boden erneut beackern. Alles schien in trockenen Tüchern, bis sich Gründungsmitglied, Sänger und Szenelegende Joe Ptacek 2010 das Leben nahm. Das Comeback rückte in scheinbar unerreichbare Ferne. Doch Gitarrist Jeremy Wagner und Bassist Shaun Glass hielten an ihrer Vision fest, arbeiteten unermüdlich an ihrer Reunion und rekrutierten mit Sänger Damian ‚Tom‘ Leski, Gitarrist Chuck Wepfer und Drummer Mike Miczek neue Musiker.

2012 folgten die ersten Live-Autritte und mit „Omen Of Disease“ melden sich Broken Hope nun auch im Verkaufsregal zurück.

Die Erwartungen sind hoch, der Druck enorm, aber selbst nach all den Jahren hat eine der ersten Brutal Death Metal-Bands nichts an ihrer immensen Brutalität, an ihrem ehrlichen Songwriting und groove-lastigen Sound verloren. Broken Hope loten das Wort extrem gar neu aus: extrem schnell, extrem barbarisch, extrem grausam, extrem tief…extrem brutal. Kurzum ein mörderisches Gemetzel.

Grob und derbe schlachten sich die Bastarde aus Chicago durch ihr Werk und holzen alles kurz und klein, was sich ihnen in den Weg stellt. Höllischer Groove, gnadenlose Blastbeat-Attacken, brachiale Riffs – ein nackenbrecherischer Song folgt dem nächsten, über allem thront Damian Leskis ultratiefes Gegrunze, Gegurgel und Geröchel. Songs wie ‚Flesh Mechanic‘, ‚Omen Of Disease‘ oder ‚Predacious Poltergeist‘ hämmern das letzte Fünkchen Verstand aus dem Schädel und fressen sich mit kannibalistischer Finesse durch jede kleine Gehirnwindung.

Broken Hope lassen sich durch den Zeitgeist nicht beirren und bleiben dem, für was sie schon vor Jahren standen, treu: Klassischer Todesstahl der alten Schule gepaart mit rumpeligem Gore-Grind.

Stellenweise fehlt „Omen Of Disease“ jedoch etwas an Dynamik und Vielseitigkeit, vor allem Leskis Organ wirkt im Verlauf mehr eintönig als bahnbrechend. Stumpf ist eben Trumpf.

Dennoch ist Broken Hope der Kultfaktor sicher und der Ruhm vergangener Tage findet mit „Omen Of Disease“ ein beachtliches Comeback. Die Death Metaller treffen mit ihrer überraschenden Wiederauferstehung  zwar noch nicht punktgenau, aber beinahe ins blutige Schwarze.

1. Septic Premonitions (Intro)
2. Womb Of Horrors
3. Ghastly
4. The Flesh Mechanic
5. Rendered Into Lard
6. Omen Of Disease
7. The Docking Dead
8. Give Me The Bottom Half
9. Predacious Poltergeist
10. Blood Gullet
11. Carnage Genesis
12. Choked Out And Castrated
13. Incinerated (2013 Redux)
14. Grindbox (Live in San Francisco)
15. He Was Raped (Live in San Francisco)

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Über Agnes Berndanner

Agnes Berndanner | Freie Musikjournalistin. Geboren in Weißenburg i. Bay., derzeit beheimatet in Mannheim. Studium der Theater-, Musiktheater- und Literaturwissenschaft an der Universität Bayreuth. Zu jeder Situation den passenden Soundtrack, doch zu Hause fühlt sie sich in den musikalischen Extremen.