Neues Album von Powerfrau Alexia Rodriguez

Eyes Set To Kill – Masks: Und plötzlich mag man Metalcore

Erst bei uns im Interview, nun auch endlich in den CD-Regalen: Die amerikanischen Damen und Herren von Eyes Set To Kill werfen ihren zahlreichen Fans endlich das neue Metalcore-Album „Masks“ zum Verzehr vor und bei den 13 Ohrwurm-Tracks gibt es garantiert keine Verdauungsprobleme – auch nicht für eingefleischte Hasser des Genres. Denn wer sich Sorgen macht, dass die Amerikaner es (wie so oft) mit den Screamo-Elementen ein wenig übertreiben, kann getrost aufatmen.

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Endlich ist das fünfte ESTK Album "Masks" erhältlich (Quelle: Century Media)

Endlich ist das fünfte Eyes Set To Kill Album „Masks“ erhältlich (Quelle: Century Media)

Der Fokus liegt immer noch auf der starken Stimme von Alexia Rodriguez, die dem Album das verleiht, was es so herausragend macht: Die Eingängigkeit und der Grund, weshalb auch Rocker sich vor dem CD-Regal nicht zieren müssen, mit beiden Händen zuzugreifen. Die Wurzeln der jungen, zugegeben verdammt attraktiven Sängerin liegen schließlich im Grunge und Rocksound der neunziger Jahre, wie sie selbst immer wieder betont. Und in Sachen Power kommt ihre Tornado-Röhre schon beinah an die von Courtney Love heran.

Screamer Cisko Miranda hingegen spezialisiert sich eher darauf, den Speed in der Musik anzukurbeln und das Ganze noch einmal wesentlich heavier klingen zu lassen. Gleich zu Anfang fliegt einem also das raue Duett der beiden Killerstimmen bei „Lost and Forgotten“ um die Ohren, ebenso wie bei „True Colors“ – nachdem Ciskos stimmliche Fäuste den Hörer niederschmettern, kommt Engel Alexia im Refrain mit Notfallkasten daher und säubert die blutenden Wunden.

Mit ihrem fünften Album in fünf Jahren können Eyes Set To Kill also unlängst von sich behaupten, dass sie wissen, wie man heimische CD-Player in Brand setzt – besonders mit dem Schatzstückchen „Little Liar“ oder der Single „Infected“ beweisen sie, dass sie keine Masken mehr nötig haben, wie der Albumtitel es zuerst nahelegt, sondern hundertprozentig zu sich fanden und sich von niemanden mehr in ihren Krempel reinreden lassen. Sei es von Produzenten, Plattenfirmen oder Hassern – und letzteres hat eine so junge Band mit einem derartig weitreichenden Repertoire nicht verdient.

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Über Anne-Catherine Swallow

Geboren 1987 in Heidelberg, aufgewachsen in Paris, Diplom Kreatives Schreiben & Kulturjournalismus aus Hildesheim. Zu haben für alles, was laut, düster und böse ist.