Stilsicher und auf keinen Fall statisch

Neues Album von 65daysofstatic: „Wild Light“

65daysofstatic knüpfen mit ihrem neuen Album „Wild Light“ nahtlos an den Vorgänger „We Were Eyploding Anyway“ an: Knarzige Beats, wabernde Klangflächen und kaum mehr als solche identifizierbare Gitarren. Jeder Song wirkt wie ein Blick durch das Schlüsselloch: Da ist die ganze Zeit über ein Raum mit einem Soundmonster darin und die Musiker gewähren dem Hörer 10 mal einen kleinen Blick hinein. Im Gegensatz zu anderen Instrumental-Postrock-Ambient-Bands halten die Briten die Aufmerksamkeit durch spannungsgeladene Harmonien, treibende Synthies und DJ-mäßig gesetzte Slow-Downs immer recht hoch.

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65daysofstatic: Wild Light (2013) / Quelle: Superball Music

65daysofstatic: Wild Light (2013) / Quelle: Superball Music

Einen „Hit“ wird man auf „Wild Light“ vergeblich suchen. Aber diesen Anspruch haben die Jungs aus Sheffield gar nicht: Ihnen geht es um die reine Form des Klangs. Diese Platte ist vielleicht ein bisschen weniger Rave als der Vorgänger, liefert dafür aber den Soundtrack zu kontemplativen Naturschauspielen, wie herabfallenden Gletscherbrocken oder Vulkanausbrüchen.

Die Entwicklung der Band von einer gitarrenlastigen Postrock-Formation (Debütalbum „The Fall Of Math“ (2004)) hin zu einer experimentellen Art-Rock-Gruppe scheint also ganz offensichtlich. Wer die Band bisher noch nicht kannte, sollte sich neben dem hier besprochenen musikalischen Schwergewicht auch einmal die Vorgängeralben von 65daysofstatic zu Gemüte führen. Dabei gibt es in jeder Ecke etwas zu entdecken: Preschen in einem Moment wilde Synthies voran, erklingen im nächsten Augenblick beruhigende Klavierklänge. Das Credo der musikalischen Abwechslung wird eben auf jeder Platte der Band aufs Äußerste zelebriert.

65daysofstatic spielen in diesem Jahr noch drei Konzerte in Deutschland:

04.10.2013 Lido / Berlin
13.10.2013 Hansa 39/ München
14.10.2013 Schocken / Stuttgart

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Über Peter Geuze

Lebt und arbeitet als Musiker, Musiklehrer und freiberuflicher Musikredakteur in Leipzig. Lieblingsthema ist rockige Gitarrenmusik, aber auch für andere Klänge hat er stets ein offenes Ohr.