Verstörender Comicstoff bald auf Leinwand

David Fincher verfilmt Graphic Novel „Black Hole“

Grotesk verformte Körper, Teenager verwandeln sich in Monster oder bilden neue Körperteile. Charles Burns schuf mit seiner Graphic Novel ein abgründiges Spiegelbild der amerikanischen Jugend zwischen Sex, Drogen und Horror. Albtraumhaft erzählt das Comic von dem „Bazillus“, der nur Teenager befällt. Schon 1995 sicherte sich der Regisseur David Fincher die Rechte an dem Stoff. Der Macher von Filmen wie „Sieben“, „Fight Club“ oder „The Social Network“ hat mehrfach bewiesen, dass er ein Händchen für mysteriöse und unheimliche Stoffe hat.

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Quelle: Reprodukt

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Der Regisseur, Produzent und Schauspieler ist ein Autodidakt. Er besuchte nie eine Filmhochschule oder dergleichen. Seine Anfänge bestritt er als Trickfilmzeichner in George Lucas´ Spezial-Effekt Firma. Später produzierte er Werbefilme und Musikvideos. Aufsehen erregte er mit einem Spot, der einen rauchenden Fötus in den Mittelpunkt stellte. Sein Spielfilmdebüt gab er mit „Alien 3“. Die schlechten Kritiken zu diesem Film konnte David Fincher mit „Sieben“ (1995) und „Fight Club“ revidieren. Diese Filme waren zwar kein Kino-Kassenschlager, avancierten aber rasch zu Kultfilmen unserer Zeit überhaupt.

Das verzerrte Abbild amerikanischer Jugend in dem Comic-Klassiker „Black Hole“ ist für David Fincher wohl schon ein lang gehegter Traum. Einige Jahre lag sein Wunschprojekt auf Eis. Der als Perfektionist geltende Filmemacher nimmt diese besondere Herausforderung jetzt anscheinend wieder in seine Hände. Wann die Dreharbeiten genau beginnen, ist noch nicht klar. Und wer wäre für diesen Stoff wohl besser geeignet als er.

Leseprobe Quelle: Reprodukt

Leseprobe
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Mit seinen visuell beeindruckenden Kamerafahrten und dem Hang zu psychisch verstörenden und verworrenen Geschichten darf man wahrlich gespannt sein, was wir hoffentlich bald zu sehen bekommen.

Wie wird er die Freaks und Mutationen filmisch umsetzen? Wie lässt sich die düstere, diffuse Atmosphäre des Comics auf die Leinwand bringen? Dass Fincher die Grenzen zwischen Fantasie und Wirklichkeit umzusetzen weiß, hat er ja schon mehrfach bewiesen.

Wer nicht so lange auf den Film warten möchte und mit dem Stoff auch noch nicht vertraut ist, dem sei die Graphic Novel von Charles Burns empfohlen. Sie erschien bei „Reprodukt“ und ich kann sie nur jedem Freund des Genres ans Herz legen.

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Über Melanie Labsch

Freiberufliche Grafikerin, Redakteurin und Autorin, lebt in Potsdam, Musik: Indiepop, Punk, Electro, Jazz, Blues, Klassik, Post-Rock, ....