Die neuen Pop-Ausnahmetalente

YIP Deceiver – Medallius

Davey Pierce und Nicolas Dobbratz sind keine ganz Unbekannten mehr im Musikgeschäft: Mit der Indieband of Montreal waren sie schon drei Mal in den US-Albumcharts vertreten und das nächste Album erscheint am Dienstag. Heute soll es aber um ein Duo der beiden Musiker Pierce und Dobbratz gehen. YIP Deveiver heißt das elektronisch geprägte Popprojekt der beiden und Medallius heißt ihr Debütalbum, das mich durchweg begeistert hat. Es ist am 27. September bei Snowhite erschienen.

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Medallus von YIP Deceiver. Foto: Snowhite.

Medallus von YIP Deceiver. Foto: Snowhite.

Aber zurück zum Anfang: Ich wollte eigentlich nicht schon wieder ein Elektro-Album rezensieren, sondern mich wieder mal auf anderes konzentrieren. Da lag jedoch noch dieses Rezensionsexemplar und das konnte ja, alleine meiner musikalischen Neugier wegen, schlecht ungehört bleiben. Also ein paar Songs durchgezappt und mittendrin wollte ich dieses Album doch unbedingt rezensieren. Was soll ich sagen? Ich bin hellauf begeistert von den beiden Typen aus Athens, Georgia.

Einen Anfangspunkt zu machen, fällt mir trotzdem schwer. Was das Label flockig als „80er New Wave Pop mit grellen Farben“ beschreiben, fällt mir selbst mir langen Worten schwer, zu kategorisieren. Ich fange daher einfach mal mit Bandassoziationen an, die ich beim Hören von Medallius hatte: Daft Punk, ganz eindeutig Daft Punk; Bloc Party; MGMT; und auch ein bisschen Spandau Ballet. Und genau so vielfältig, wie meine Assoziationen es darstellen, hört sich das Debütalbum von YIP Deceiver auch an. Die Band in ein Genre zu pressen, möchte ich mir nicht zutrauen, aber Schlagworte wie Elektropop, Electronica, New Wave und Indie passen auf jeden Fall auf die Tracks der beiden Jungs.

Gleich zu Beginn begrüßt das Album einen mit „Presets“ mit einem äußerst tanzbaren Track in bester Daft Punk-Manier, um dann in „Get Strict“ mit einem Piano zu eröffnen. Der dritte Track „Lover“ ist, passend zum Titel, ganz im New Romantics-Stil aufgemacht.

Die Jungs von YIP Deceiver. Foto: Snowhite.

Die Jungs von YIP Deceiver. Foto: Snowhite.

Einige weitere Überraschungen verspricht das Album im weiteren: „Go on“ ist ein recht schmissiger Britpop-Titel, während andere aus der Feder der Einstürzenden Neubauten stammen könnten. So ist nicht nur für alle etwas dabei, sondern von allem das Beste unter dem Titel YIP Deceiver zusammengeführt.

In das Album reinzuhören hat sich auf jeden Fall gelohnt. Bisher sind YIP Deceiver leider nur in den USA bekannt und so sind bisher auch nur Tourneetermine in den Vereinigten Staaten geplant. Ich hoffe sehr darauf, dass sich das in Zukunft ändert. (PS: Das offizielle Video von „Get Strict“, das hier gleich folgt, ist auch äußerst sehenswert).

Tracklist:

  1. Presets
  2. Get Strict
  3. Lover
  4. World Class Pleasure
  5. Go On
  6. Color Me In
  7. Obnoxia
  8. 2nd Son of a 2nd Son
  9. Theme
  10. Tops Part II
  11. Double Future

 

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Über Stefan Christoph

Stefan Christoph | Stefan Christoph ist im bürgerlichen Leben tagsüber Politikwissenschaftler. Nachts legt er jedoch sein dunkles Cape an und wird zum Musikredakteur, Texter und Grafiker.