Anjas Abwasch

Movie me up! – Kranksein für Anfänger

Ich schwöre, so war das nicht gemeint, als ich mir im letzten Winter über 30 Grad gewünscht habe. Offensichtlich hatte mein Körper sich damals sein eigenes Wetter gemacht und ich griff die Grippe des Jahrhunderts ab. Dass mich irgendetwas wirklich aufs Lager zwingt und ich strikte Bettruhe eingehalten habe – daran kann ich mich wirklich nur vage aus Zeiten erinnern, wo der Apotheker meiner Mutter noch „Schmerztabletten sind Teufelswerk“ entgegen fluchte. Sie selber musste wegen Scharlach sogar noch ins Krankenhaus. Früher war jeder Kinderhort eine einzige Windpocken/Masern/Mumpsparty. Mein Großvater hat über meine Krankheiten Buch geführt und ich hatte als Kind einfach alles.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Quelle: Openphoto.net Foto: Darren Hester

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Aber offensichtlich hatte meine 1970er Jahre-„was nicht tötet härtet ab“-Immunabwehr die Rechnung ohne Tante Influenza gemacht. Dennoch kann ich selbst kranksein nicht nur negativ sehen. Immerhin hat das meine Diät verkürzt – an essen war nicht zu denken. Allerdings dürfte mein Getränkverbrauch sich nicht unerheblich auf die Weltwirtschaft ausgewirkt haben.

Damit ich weder an Fieber noch an Langweile sterbe, habe ich sämtliche Folgen Futurama und Shogun gesehen. Ab jetzt ist Richard Chamberlains bescheidene Mimik für mich also an durchgeschwitzte Bettwäsche geknüpft (na gut, das mag anderen Frauen auch so gehen). Japanisch lernen mit Fieber, Warner Ltd. und James Clavell, der allerdings über die Verben nicht hinausgekommen ist. Va kalimasu-ka? – Hai, Anjiin-sama! Wenn ich also rausbekommen könnte, was „kranksein“ auf japanisch heißt, könnte ich es jetzt 1 a deklinieren. Und was Futurama angeht: Wo wäre das Universum ohne die Lex Branigan, Selbstmordzellen und Anchovis? Und Roboterpornos bestehen halt aus nackten Schaltkreisen. Mit fieberverdrehtem Hirn macht sowas eigentlich erst richtig Spaß. Deshalb sehe ich auch meine jetzige typische Herbsterkältung ziemlich gelassen – man kann auf unserem Sofa prima schlafen und ich habe ein Sky-Abo. Allen Kranken da draußen: Gute Besserung und grüßt mir Fry und Lila. Ich komm bald nach!

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Über Anja Thieme

Anja Thieme lebt in Ost-Westfalen/Lippe und arbeitet seit über 10 Jahren als freie Autorin und Journalistin. Mit der Arbeit für amusio.com verbindet sie ihre große Leidenschaft für Musik mit ihrem Beruf.