Der GEMAs neuester Coup- DJs zahlen für´s Auflegen

Die GEMA  sorgt seit geraumer Zeit immer wieder für Aufsehen in der Internet- und Musikwelt. Jetzt versucht sie einen neuen Coup: DJs wird das Auflegen schwer gemacht. Ein verwirrendes Gebilde an Vorschriften, Definitionen und Tarifen stellt sich zwischen Party-Gesellschaft und deren Helden an den Turntables.

Die GEMA kommt dann ins Spiel, wenn Musik öffentlich aufgeführt oder wiedergegeben wird und bittet Veranstalter mächtig zur Kasse, um für die Urheber zu kassieren. Es gibt für jede Gelegenheit, bei der Musik erklingen könnte, einen GEMA-Tarif, so zum Beispiel auch für Friseursalons, weil „Betrieb mit Hintergrungmusik“.

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Der Startschuss für den Tarif-Krieg begann 2012 als die GEMA im April neue Tarife für Musikveranstaltungen aufstellte. Damit waren nicht Konzerte gemeint, sondern Veranstaltungen, bei denen Musik entweder live ertönte oder wiedergegeben wurde. Auf gut deutsch: Jeder gute Freitag- und Samstagabend in einem Club oder einer Diskothek.

Quelle: Youtube.com

Quelle: Youtube.com

Laut GEMA hatten die Anpassungen zufolge, dass Clubs mit einer kleineren Raumgröße und durchschnittlichen Eintrittspreisen eine Vergünstigung erhielten und dafür die großen Discos draufzahlen müssen.

Die (um sie wenigstens einmal beim vollen Namen zu nennen:) Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte war allerdings erst richtig in Fahrt gekommen. Kurz darauf kam es zum Sreit über die „GEMA-Vermutung“ zwischen GEMA und Musikpiraten. Die GEMA-Vermutung geht davon aus, dass Künstler, die ein Pseudonym benutzen, GEMA-Mitglieder sind und deswegen auch dann Gebühren bezahlt werden müssen, wenn durch die benutzten Pseudonyme der echte Künstler nicht erkennbar wird.

Kurz darauf legt sie sich mit Youtube und Google an. Die GEMA möchte nun auch horrende Gebühren von den beiden Plattformen einziehen und stellt sie somit mit Musik-Anbietern gleich. Die Plattformen selbst bestreiten das. Denn jeder User der Seiten ist selbst für das verantwortlich, was er hochlädt  und öffentlich stellt.

Rein rechtlich ist das auch so. Doch der GEMA wird bewusst sein, dass es sogar für sie unmöglich ist, Millionen User ausfindig zu machen und zu Gebühren zu verdonnern. „Probieren geht über Studieren“, dachte sich da die Verwertungsgesellschaft wohl.

Nach immernoch anhaltenden Anfeindungen war sich die Gema zumindest bei einer Sache sicher. Der Hinweis „Leider ist dieses Video in Deutschland nicht verfügbar, da es Inhalte enthalten könnte, für die die GEMA die erforderlichen Musikrechte nicht eingeräumt hat“, der bei gesperrten Youtube-Videos erscheint, soll unterlassen werden. Also wurde kurzerhand eine Unterlassungsklage eingereicht. Soweit so gut- oder auch nicht.

Neuester Coup der GEMA: DJs sollen pro aufgelegten Song zahlen. Und das bereits ab dem 1. April.

Wird einem Club Musik aufgelegt, muss der Veranstalter Gema-Gebühren zahlen. Wenn die Musik dann nicht von CDs und Vinyl kommt, sondern vom PC, zahlt der Veranstalter zusätzlich eine sogenannte „Laptop-Pauschale“ von 30%. Diese Pauschale soll wegfallen. Aber nicht, um die Transparenz im GEMA-Dschungel zu fördern, sondern offensichtlich um ein neues Bürokratie-Monster zu erschaffen.

DJs sollen ab April vor der Gema genauestens darlegen, wie viel Musik und welcher Herkunft, sich auf deren Rechnern befindet. Für einen einzigen kopierten Song werden dann nämlich 13 Cent  berechnet. Jedes Jahr! Die Frage ist, was ist kopiert und was nicht? Lädt man legal etwas von Plattformen wie iTunes o.ä. herunter, werden ja auch Daten kopiert. Und selbst wenn nicht legal: Wie will die Gema bei Tausenden von MP3s auf einer Festplatte feststellen, ob der Track legal gezogen wurde, oder nicht.

Ja, die gute Gema hat so einiges nicht beachtet bei ihren neuen Plänen, die Musik-Herrschaft an sich zu reißen. Was passiert, wenn mehrere DJs ein Medium, beispielsweise einen simplen USB-Stick oder eine externe Festplatte benutzen, weis bislang noch keiner. Die GEMA selbst wohl auch nicht.

Also freuen wir uns auf weitere fixe Ideen, die uns allen das Leben schwerer machen und vor allem: weniger musikalisch.

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