We'll meet again

Der Song aus Dr. Strangelove

Eine filmische Satire gelingt zu einem guten Teil durch den richtigen Einsatz von Musik. Es gehört zum Genie von Stanley Kubrick diese Kunst zu beherrschen. Bereits Mitte der 50er entstand sein prägender Film Dr. Strangelove (oder wie ich lernte die Bombe zu lieben), der den kalten Krieg bereits vor seiner heißen Phase treffend voraussagte. Unvergessen dabei Peter Sellers Rolle als invalider deutscher Wissenschaftler, der seine rechte Hand vom Führergruß abhalten muss, eine heftiger Seitenhieb auf Werner von Braun und die Operation Paperclip.

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Dr._Strangelove_-_Riding_the_BombWelcher Soundtrack wäre wohl passender zur eigenmächtigen Vernichtung der Menschheit als ein alter Schlager aus den 40er Jahren? We’ll meet again, gesungen von Vera Lynn, kontrastiert das Geschehen auf eine so brutale Weise, dass einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Das Lied muss natürlich in seinem ursprünglichen Kontext gelesen werden, als ein Lied für liebende und verheiratete Pärchen, die durch den zweiten Weltkrieg getrennt wurden.

Die Komik entsteht, weil ein hoffnungsvolles, naives Lied auf eine solche Szene trifft. Als ob der Chor jeder Realität zum Trotz in seiner kindlichen Unwissenheit einfach weiter auf die Karte der Hoffnung setzt, gewissermaßen aus reinem Trotz. Das macht das ganze so bitter. Die sture Verleugnung einer schrecklichen Wirklichkeit. Weitermachen, es wird schon alles!

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Über Fabian Vallon

Seit 4 Jahren in Frankfurt wohnhaft, über den Punk zu Techno gekommen, immer ziellos in der Stadt unterwegs, produziert selbst unter dem alias quantities, Teil des Untergrunds, mag Slavoj Zizek und sammelt alte Spex-Ausgaben.