Anders als die Vorgänger

Panic! at the Disco sind „Too Weird to Live, Too Rare To Die!“

Die vierte Neuerfindung der Band aus Las Vegas setzt diesmal stark auf elektronische Elemente, mit denen der kraftvolle Poprock-Sound unterlegt wird. Dadurch bekommt „Too Weird To Live, Too Rare To Die!“ einen verschrobenen 80er-Jahre-Klang, der gemeinsam mit Panic! at the Discos Powermusik jedoch so gar nichts Altbackenes hat. Einziges Problem der Platte ist ihr energetischer Verlauf.

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Ausrufezeichen: "Too Weird To Live, Too Rare To Die!" von Panic! at the Disco / Foto: Warner Music

Ausrufezeichen: „Too Weird To Live, Too Rare To Die!“ von Panic! at the Disco / Foto: Warner Music

Panic! at the Disco sind dafür bekannt, dass sie sich ständig verändern und versuchen, ihren Sound weiterzuentwickeln. Das erzeugt gemischte Ergebnisse. Erreichte das Debüt „A Fever You Can’t Sweat Out“ der damaligen Highschool-Band noch Doppel-Platin, erntete der veränderte Klang auf dem Nachfolger „Pretty. Odd.“ zwiespältige Kritiken. Auch das dritte Album „Vices & Virtues“ konnte nicht an das Erstlingswerk anschließen. Meinen Kritiker. Aber außer dem Debüt hat es jedes Album in die Top Ten der amerikanischen Charts geschafft. Vermutlich ist das auch der direkte Weg, den das neue Album „Too Weird To Live, Too Rare To Die!“ einschlagen wird.

Die Musik von Spencer Smith, Brendon Urie und Dallon Weekes wurde schon mit vielen Genre-Attributen versehen: Emo, Pop-Punk, Elektro, Vaudeville und Barock-Pop. Seit „Vices & Virtues“ sind P!atD allerdings stärker zu ihren Wurzeln im Poprock zurückgekehrt, was auch auf „Too Weird To Live, Too Rare To Die!“ hörbar wird. Ihrer Las-Vegas-Heimat zollen sie mit einem glitzernden 80s-Ansatz Tribut, der von der stetig wachsenden Sammlung klassischer und moderner Synthesizer inspiriert ist. Dass das neue Album anders ist als seine Vorgänger, dürfte eigentlich niemanden überraschen – denn P!atD sind heute immer anders als gestern.

Was die Band jedoch nie verliert, ist ihre Energie. Knallvoll mit dynamischen Songs wie „Vegas Lights“ und „Nicotine“, enthält das Album darüber hinaus Brendon Uries bis dato persönlichstes Songwriting, etwa beim zärtlichen Lobgesang „The End Of All Things“. „Ich hatte diese Sounds in meinem Kopf“, erzählt der Sänger, „und musste einfach nur verstehen, wie ich sie da rauskriegen kann. Also habe ich geschrieben und geschrieben und geschrieben, bis wir letzten Endes all diese Songs hatten und ich dachte: ‚Das ist es. Das ist das Album, das ich machen will.‘“

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Über Kathrin Tschorn

Kathrin Tschorn | Freiberufliche Musikredakteurin und Lektorin, beheimatet in Berlin. Stets Musik aus den Bereichen Pop, Rock, Indie, Jazz sowie allem dazwischen auf den Ohren und eine Tastatur unter den Fingern.