Ex-Beatle und die Fab Four

Paul McCartney kreiert mit vier Produzenten „New“

Auch mit 71 Jahren bleibt Paul McCartney auf der Suche nach dem Neuen und hat es auf seinem aktuellen Album „New“ gefunden. Gemeinsam mit vier jungen Produzenten ist er zu neuen Ufern aufgebrochen, hat seinen Sound verändert und ist doch der Alte geblieben. Zwischen Akustikgitarren, psychedelischen Klängen, Drum-Beats und einem einsamen Klavier finden sich wirkliche Perlen auf dem sechszehnten Studioalbum des Ex-Beatles. Die Frage bleibt allerdings: Warum will ein Musiker, der bereits alles erreicht hat, einfach nicht aufhören? Warum setzt er sich immer wieder der Gefahr aus, an seinen selbst gesetzten Standards zu scheitern? Ein Blick auf den Entstehungsprozess von „New“ gibt die Antwort.

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Paul McCartneys 16. Studioalbum "New" / Foto: Universal Music

Paul McCartneys 16. Studioalbum „New“ / Foto: Universal Music

Paul McCartney wird einfach nicht müde. Mit 71 Jahren heißt es bei ihm immer noch: Rock on! Nachdem im Mai erst das Remaster „Wings Over America“ seines ehemaligen Bandprojekts Wings erschienen ist, veröffentlicht er nun sein sechszehntes Studioalbum. „New“ wurde unter anderem auch in den legendären Abbey Road Studios in London aufgenommen.

Für das Album gab es zunächst keinen besonderen Plan, nur ein Bündel von Songs, die Paul McCartney mit einem jungen Produzenten aufnehmen wollte. Nur gefielen ihm am Ende alle Producer, mit denen er gesprochen hatte, so gut, dass er alle vier mit ins Boot holte: Paul Epworth, Mark Ronson, Ethan Johns und Giles Martin. Und so wurde „New“ wirklich ein ganz neues Projekt, eine multi-produzierte Platte des wohl größten noch lebenden Songwriters. „Schon komisch, wenn ich manchen Leuten das Album vorspiele, sind sie überrascht, dass ich das bin“, sagt Paul McCartney. „Viele der Tracks sind ziemlich abwechslungsreich und nicht zwingend in einem Stil, den man als den meinen erkennt. Aber ich wollte nicht, dass alles gleich klingt. Wir hatten viel Spaß.“

Als erster bekam Paul Epworth, Co-Autor und Architekt von Adeles Nummer-1-Album „21“, seine Dosis Spaß. Auch wenn Paul McCartney bereits mit 20 Songs in Studio gekommen war, nahm er mit dem 39-Jährigen gleich einen neuen auf. „Save Us“, das mit seiner Mischung aus modernen und Retro-Gitarren an The Strokes erinnert, wird Paul McCartneys Behauptung gerecht, sich nicht in dem Stil zu bewegen, den man mit ihm assoziiert. „Ich fand es wichtig, mit den Songs zu experimentieren, nach Dingen in ihnen zu suchen, die untypisch für Pauls Vergangenheit sind, aber einen ähnlichen Geist haben“, erklärt Paul Epworth seine Herangehensweise. So gehört „Queenie Eye“ mit seinen vielen Drehungen und Wendungen sicherlich zu den Highlights auf „New“.

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Über Kathrin Tschorn

Kathrin Tschorn | Freiberufliche Musikredakteurin und Lektorin, beheimatet in Berlin. Stets Musik aus den Bereichen Pop, Rock, Indie, Jazz sowie allem dazwischen auf den Ohren und eine Tastatur unter den Fingern.