Wissenschaft untrocken

We Are Scientists widerlegen Rangar Yogeshwar

Die harmlos Bekloppten aus New York sind zurück! Mit „Business Casual“ (100 % Records / Masterswan), einer EP wie sie schöner kaum sein könnte. Es werden vier Songperlen aneinander gereiht. Und dann mit „Take my breath away“ („Berlin“) auch noch dem schlechten Geschmack gehuldigt. Die „Wissenschaftler“ haben zu ihren Stärken zurückgefunden: catchy tunes und Texte, bei denen der geneigte Hörer auch beim dritten Durchlauf noch herzhaft lachen kann.

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Wissenschaft obsiegt (Verstärker)

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Es sei denn, er lacht schon über Rangar Yogeshwar als Widergänger Peter Moosleitners („P.M. das interessante Magazin“, neben „Yps“ DAS Heft für die Generation Jugend forscht anno Ende 70).

„Business Casual“, ein wohl überlegter Titel für ein Comeback, das Fans der „We Are Scientists“- Alben „With Love and Squalor“ und „Brain Thrust Mastery“ in höchstem Maße erfreuen dürfte. Denn die verkopfte Nöhligkeit des Vorgängers „Barbara“ ist überwunden! Keith Murray, Chris Cain und Andy Burrows nehmen die Bürde der Wissenschaftsvermittlung auf die entspannte Schulter und proklamieren „Dumb Luck“, mit feinem Riffing, zum Einstieg. „Return the Favor“ dürfte davon handeln, wie es sich anfühlt, die Charts von oben zu betrachten. Ein Perspektivwechsel, der Rangar nicht nachvollziehen wird, wo er doch schon die Speerspitze allen Wissens darstellt. Geschenkt.

„Good answer“ beantwortet sich quasi selbst, das Demo von „Courage“ verweist auf weitere Großtaten aus dem Labor. Na, und dann „Take my breath away“ – in ein eng anliegendes Beinkleid gehüllt, das an „Crowded House“ gemahnt, unterm Strich aber als dasjenige rüberkommt, was in der Petrischale verbleibt, wenn
(Natur-) Wissenschaftler von der Toilette kommen. Wie viel massenkompatible Nostalgie ist verkraftbar? Die „Scientists“ werden ihre empirischen Erkenntnisse in eine Theorie einfließen lassen, nach deren Erscheinung die US-amerikanische Geistesgeschichte neu geschrieben werden müsste.

Nobelpreis verdächtig auch das Cover … schließlich haben die „Scientists“ festgestellt, dass „Business“ am besten geht, wenn man es einfach auf sich beruhen lässt. Hauptsache, man wird schön braun. Und die EP ersetzt, für heute, den Gang zur Sonnenbank. Eine preiswerte Alternative, die allerdings vom Bundesverband der Dermatologen nicht mitgetragen wird. Man will ja auch in Zukunft was zu tun bekommen. So auch die „Scientists“. Business as usual. Nur Rangar geht ins Jobcenter.

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