Hart statt zart

Popsongs in gepflegter Brachial-Manier: Metal covert Mainstream

Jeder hat es wohl schon getan, viele starten damit sogar ihrer Karriere als Musiker: Die Rede ist von Coversongs! Ganz nach dem Motto besser gut geklaut und abgeschaut als grottenschlecht selbst gemacht, bedienen sich Bands nur allzugerne bei der Konkurrenz. Vor allem im Metal gehört es fast schon zum guten Ton, das ein oder andere Mal der Kreativität freien Lauf zu lassen und sich nach Herzenslust auszutoben. Dabei wildern die werten Mattenschwinger nicht nur im eigenen Genre, sondern verpassen Rihanna, Lady Gaga, Britney Spears, Psy, Falco oder Abba den harten Anstrich.

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Coversongs Metal Pop

Metal covert Pop. Aber welchem Song nimmt man sich nur an?
(Quelle: Jesse Kavadlo)

Wenn Eisregen auf Falco treffen, Norther sich mit Europe paaren, Avantasia ihr Heil in Abba suchen, Trollfest Britney Spears huldigen, Disturbed bei Phil Collins klopfen, Volbeat auf Dusty Springfield setzen und Psy nicht mehr die Bein-, sondern Nackenmuskulatur beansprucht, kann dies nur eins bedeuten: Der Mainstream hält im Metal Einzug.

Aber bevor dem Metaller nun die Nackenhaare zu Berge stehen, er sein gelobtes und gut behütetes Universum in Gefahr sieht und sich auf einen existenzsichernden Kreuzzug begibt – natürlich gut getarnt und angepasst. Aus federleicht wird schwere Kost: ein brachialer Sound aus übersteuerten Gitarren, klirrenden Riffs, donnernden Drums und aggressiven Vocals regiert in den Coversongs, die ihren Ursprung im verpönten Mainstream haben.

Keiner ist vor dem Metaller sicher und so recken wir die Hände zum Teufelsgruß in die Luft und begrüßen Falco, Lady Gaga, Rihanna, Abba, Katy Perry und Psy in unserer Mitte.

Die Metal-Metzger Eisregen weiden Falco’s ‚Mutter der Mann mit dem Koks ist da‘ aus:


Disturbed wagen sich an die Großmeister Genesis – ‚Land Of Confusion‘:


Badgirl Rihanna wäre wohl stolz auf Any Given Day und deren Version von ‚Diamonds‘:


DevilDriver lassen ‚Sail‘ aufheulen und rumpeln sich durch den Awolnation-Hit:


Norther zählen die Sekunden und covern Europe’s ‚Final Countdown‘:


Schluss mit Märchenoper – Avantasia suchen Entspannung in Abba und ‚Lay All Your Love On Me‘:


The Master of Metal covert Pop-Prinzessin Katy Perry – aus ‚Hot N Cold‘ wird ‚Dead N Cold‘:


Macklemore & Ryan Lewis versehen mit durchschlagenden Riffs und Drums:


Edoardo Morelli verleiht Psy’s ‚Gangnam Style‘ den richtigen Drive:


Selbst Trolle hören Britney Spears – die Trollfest-Version von ‚Toxic‘:


‚Bad Romance‘? Lady Gaga wickelt The Demonstration um den Finger:


Auch hier wurde gecovert – Volbeat mit ‚I Only Wanna Be With You‘:


Und selbst Schockrocker Marilyn Manson konnte es nicht lassen:

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Über Agnes Berndanner

Agnes Berndanner | Freie Musikjournalistin. Geboren in Weißenburg i. Bay., derzeit beheimatet in Mannheim. Studium der Theater-, Musiktheater- und Literaturwissenschaft an der Universität Bayreuth. Zu jeder Situation den passenden Soundtrack, doch zu Hause fühlt sie sich in den musikalischen Extremen.