Einzigartiges Schlingrippengewölbe in der Schlosskapelle restauriert

Dresdens neuer alter Konzertort: die Schlosskapelle

Planer, Wissenschaftler und Baupraktiker haben ein Geheimnis mittelalterlicher Bauhütten gelüftet: Das Schlingrippengewölbe der Schlosskapelle wurde nach traditioneller Technik mit Ziegeln und doppelt gekrümmten Sandsteinrippen von Grund auf neu gebaut. Da die mittelalterlichen Bauherren ihr Wissen eher mündlich weitergaben, lagen keine Dokumente zur Rekonstruktion vor. Doch modernste Computertechnik, verbunden mit traditioneller Handwerkskunst, machte es möglich. – Ein weltweit einmaliger Prozess, Vergleichbares ist nicht bekannt.

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Das gotische Schlingrippengewölbe der Dresdner Schlosskapelle wurde neu erfunden. Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: David Brandt

Die Schlosskapelle war knapp 150 Jahre das Zentrum des musikalischen Lebens der Dresdner Residenz. Insbesondere der Hofkapellmeister Heinrich Schütz (1585-1672) wirkte stilbildend weit über die deutschen Landesgrenzen hinaus. Nachdem der sächsische Hof zum Katholizismus übergetreten war, verlor der Ort an Bedeutung. Im 18. Jahrhundert wurde die Kapelle als Wohnraum genutzt.

Bereits vor 1989 bemühten sich namhafte Musiker um eine Rekonstruktion der im zweiten Weltkrieg zerstörten Schlosskapelle und strebten eine Nutzung als Konzertort an. Seit den neunziger Jahren unterstützte der Verein „Dresdner Hofmusik“ e.V. das Vorhaben und veranstaltete – damals im Rohbau – erste Konzerte mit Alter Musik. Im Dezember gibt es die ersten Konzerte.

Nach dreijähriger Bauzeit konnte die Rekonstruktion der Schlosskapelle abgeschlossen werden. Handwerklich und materiell wurde sie nach dem historischen Vorbild errichtet. Nutzbar ist sie für Konzerte wie auch für andere öffentliche Veranstaltungen. Insgesamt kostete die Schlosskapelle 3,5 Millionen Euro, allein das Schlingrippengewölbe 1,8 Millionen Euro.

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Über Raphaela Kaltenhäuser

Raphaela Kaltenhäuser | Freie Journalistin Klassische Musikszene Dresden