Schön gekleidet, schön gespielt

Helena von Eklipse im Interview

Mit ihrer neuen CD „Electric Air“ liefern die vier attraktiven Musikerinnen einen würdigen Nachfolger ihres Erstlings „A Night In Strings“ ab. Auch dieses Mal coverte das Quartett Songs aus verschiedensten Ecken der Popkultur. Cellistin Helena gab uns Einblicke in ihre Arbeit.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Mit "Electric Air" weiter auf Erfolgskurs: Eklipse (Foto: Bara Prasilova)

Mit „Electric Air“ weiter auf Erfolgskurs: Eklipse
(Foto: Bara Prasilova)

Wie war es für Euch, das zweite Album nach dem guten Erfolg des Debüts zu einzuspielen? Standet ihr unter Druck?

Nicht mehr als sonst auch. Studioarbeit ist sehr anders als Konzerte zu spielen. Man hat Ruhe und Zeit, verschwindet gewissermaßen in einer kleinen, abgeschirmten Welt und verliert sich in den Stücken. Klar, wir denken schon darüber nach, ob die Arrangements funktionieren, ob das Artwork passt, ob wir in die eine oder andere Richtung gehen sollen und und und… aber alles in allem, machen wir unser Ding und freuen uns, dass es euch gefällt!

Das tut es! Hat sich die Arbeit am zweiten Album verändert?

Ja! Ich würde sagen, dass das Debüt noch nicht so viel Selbstbewusstsein hatte. Wir mussten noch etwas experimentieren. Mit dem Sound, mit den Spieltechniken, mit zusätzlichen Instrumenten wie Pauke oder Kontrabass. Das haben wir auf „Electric Air“ nicht mehr gemacht. Dieses Mal wollten wir den reinen Quartettsound erkunden und nicht mehr so viel andere Elemente dazunehmen. Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

War euch die Songauswahl bereits von vornherein klar oder ergab sich das im Laufe der Produktion?

Die Auswahl war im groben klar. Wir konnten ja jetzt auf ein bisschen Erfahrung zurückgreifen und darum war die Richtung der Arrangements diesmal sehr viel klarer als noch bei „A night in strings“. Dennoch ist es immer spannend zu sehen, ob „der Plan“ den wir uns überlegen, aufgeht.

Was muss ein Song für Euch besitzen, damit er es wert ist, gecovert zu werden?

Ehrlich gesagt, muss ein Song überhaupt keine besonderen Eigenschaften besitzen, um Covertauglichkeit zu beweisen. Wir finden es im Gegenteil besonders spannend, wenn sich ein Song nicht sofort erschließt. Es geht bei unserer Arbeit ja besonders um den Prozess. Das gemeinsame Schaffen ist entscheidend. Und ein widerspenstiger Song ist manchmal, wenn wir in die Tiefe gehen, sehr viel interessanter als ein eingängiger.

Dafür gibt es einige Beispiele auf „Electric Air“: Neben Chartbreakern wie „Titanium“ und „I Follow Rivers“, habt ihr Euch auch an „Until The End Of The World“ von Apoptygma Berzerk rangewagt…

Das Stück ist einfach geil! Wir hören die Band auch privat und finden die Stimmung der Songs sehr faszinierend. Stücke von Apop sind immer sowohl melancholisch als auch ungemein positiv. Man weiß nie, soll man weinen oder tanzen… Das ist eine Mischung mit der wir uns identifizieren können. Ende Juli hatten wir die Ehre, die Band in Dresden bei einem gemeinsamen Konzert kennen zu lernen. Ein großer Spaß!

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!

Über Daniel Dreßler

Freier Musikjournalist und Radiomoderator aus München. Befürworter der alternativen im Allgemeinen und der elektronischen Klangkunst im Besonderen. Der Strom macht die Musik!