Dresden

Die Welt zu durchsehen oder was hat ein Plastikrohr mit Musik zu tun?

Fünf Musiker aus unterschiedlichen Nationen schlugen am im Palais des Großen Garten in Dresden Brücken auf ganz unterschiedliche Weise und verbanden ihr Konzert nicht nur mit mehreren Epochen, sondern auch mit kreativen Klängen und verschiedenen Kunstgattungen. Besonders die szenischen Darstellungen kamen beim Publikum sehr gut an. Unter der Leitung von Thomas Friedländer (Zink und Perkussion) führten June Telletxea (Sopran), Andreas Arend (Laute und Ud), Ophira Zakai (Theorbe) und Niklas Trüstedt (Gambe und Sprecher) Werke von Giovanni Girolamo Kapsperger, Giulio Caccini, Claudio Monteverdi und Girolamo Frescobaldi auf.

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Thomas Arend (Mitte) führt durch das Programm
Foto: Raphaela Kaltenhäuser

So, wie Heinrich Schütz sich aufmachte, um die Welt zu entdecken, tat sich dem Publikum eine ganze Palette an akustischen Eindrücken auf. Im ersten Teil bot das Ensemble Musik aus der Zeit der Renaissance und des Barock, ausdrucksstark gespielt auf alten Instrumenten.

Die Steigerung kam im zweiten Teil mit Monteverdis Vertonung der Erzählung von Ariadne und Theseus von Catull aus dem ersten Jahrhundert vor Christus. Ideenreich vermittelten die Künstler die Atmosphäre, in der Ariadne sich befand, wie z. B. das Imitieren der Meeresbrandung als Symbol für Leben und Tod. Mit der Einspielung elektronischer Klänge, aber auch dem Musizieren auf einem Plastikrohr aus dem Baumarkt holten sie das Thema in die Gegenwart. Ganz im Sinne von Heinrich Schütz konnte das Publikum Neues auf sinnliche Weise entdecken.

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Über Raphaela Kaltenhäuser

Raphaela Kaltenhäuser | Freie Journalistin Klassische Musikszene Dresden