Radiokonzert WDR 4

Maggie Reilly verzückt den Sendesaal

Am kommenden Sonntag um 16:05 heißt es: WDR 4 einschalten! Denn dann geht der Mitschnitt des Radiokonzerts von Maggie Reilly „on air“, ein Auftritt, der gestern im Kleinen Sendesaal des WDR die Anwesenden in Verzückung zu versetzten wusste. Von einer fantastischen Band begleitet, stellte Maggie Reilly nicht nur ihr neues Album „Heaven Sent“ vor, sondern unterstrich völlig unprätentiös ihren Status als eine der wichtigsten Sängerinnen des Folkpops. Spätestens als zu guter Letzt „Moonlight Shadow“ in einer erstaunlich rauen Weise dargeboten wurde, war es an der Zeit, dem schottischen Goldkehlchen einige Antworten auf brennende Fragen zu entlocken.

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Maggie Reilly im Plausch mit amusio (Stephan Wolf)

Maggie Reilly im Plausch mit amusio (Stephan Wolf)

„Also, meinen Gitarristen, den gebe ich nicht ab“, teilt Maggie zum Auftakt des Kurzinterviews unter Auferbietung ihrer erkältungsbedingt eingeschränkten Kraftreserven mit. Womit sie Davie Dunsmuir verdientermaßen als Hauptattraktion ihres Line-Ups erklärt. Wo andere Gitarristen eine Batterie an Gitarren und Effektgeräten benötigen, kommt er mit genau einer Gitarre und einer sehr überschaubaren Auswahl von Effekten (inklusive Wah-Wah) aus, um jedem Track seinen ganz individuellen Charakter zu verleihen. Ganz groß!

Auf die Frage, warum sie so signifikant beliebt in Skandinavien und etwas weniger etwa in Brasilien sei, hat sie eine klare Antwort parat: „Ich habe Flugangst. Schon seit vielen Jahren bin ich in Skandinavien unterwegs, darum wohl auch die dortige Anerkennung. Wäre ich die Jahre über viel in Brasilien unterwegs gewesen“, lacht sie, „dann wäre ich wohl auch dort eine Sängerin, die man kennt.“

Sobald ihre Stimme erklingt, wird sie sicher auch in Tasmanien oder Feuerland erkannt und wertgeschätzt. Sie weiß, dass sie diese Bekanntheit auch und vor allem Mike Oldfield zu verdanken hat. Auf die unvermeidliche Frage, ob sie noch Kontakt zu ihm habe, lässt Maggie die Bombe platzen: „Bislang hatten wir beide terminliche Unvereinbarkeiten. Aber wir wollen noch mal was zusammen machen! Ganz bestimmt. Und Barry Palmer macht dann auch wieder mit“. Barry Palmer, der gemeinsam mit ihr und Mike die epochale „Discovery“-Tour 1984 bestritten hatte.

Na, wenn das so ist, dann gibt es einen Grund weniger, vorzeitig zu sterben. Sollte es in den letzten Jahren etwas stiller um Maggie geworden sein, so erklärt sie dies mit familiären Belangen. Doch mit dem neuen Album „Heaven Sent“ meldet sie sich zurück: Als eine Stimme mit Leib, Seele und Charakter … und als Musikerin, der die Freude an ihrem Schaffen während des Radiokonzerts in jeder Sekunde anzumerken ist. Also unbedingt einschalten!

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