Schwedische Singer-Songwriterin im Interview

Siri Svegler: „Das Lied will nicht mehr traurig sein“

Die schwedische Singer-Songwriterin Siri Svegler im Interview mit amusio.com / Foto: Kristina Schippling

Die schwedische Singer-Songwriterin Siri Svegler im Interview mit amusio.com / Foto: Kristina Schippling

Du hast auch in Filmen mitgespielt, unter anderem die Polydora in „Troja“. Was war dein Berufswunsch: Schauspielerin oder Musikerin?
Als Kind war meine große Leidenschaft der Tanz. Als Teenager waren mir dann andere Dinge wichtiger. Irgendwann musste ich mich entscheiden: Konzentriere ich mich komplett auf klassisches Ballett oder höre ich ganz damit auf? Ich entschloss mich für letzteres. Dann kam das Schauspielern. Aber da ich das Tanzen nicht vollkommen aufgeben wollte, landete ich beim Musical. Dort konnte ich Tanz, Schauspiel und Gesang kombinieren. Erst da habe ich zu singen gelernt. Das war wohl Schicksal, denn von da an hat mich die Musik geführt.

Und welche Leidenschaft ist heute die größte?
Ich bewege mich gerne, aber ich tanze nicht mehr. Musik ist mittlerweile ein Teil meiner Seele geworden; ich kann nicht mehr ohne leben. Wenn ich drei Tage mal keine Musik mache, bin ich schon fast an der Grenze einer Depression. Als Teenager hatte ich immer wieder depressive Phasen, aber seit ich Musik mache, kommt das kaum noch vor. Wenn etwas in einem steckt, was man dann auch auslebt, kann einen das auch gesundheitlich fördern.

Dann ist Musik eine Art Therapie für dich?
Ich kann gewisse Gefühle kanalisieren. Wie mein Gitarrist immer sagt: „Practise always helps.“

"Nachdenklich, leidenschaftlich und ein wenig schüchtern", beschreibt Siri Svegler sich selbst / Foto: Kristina Schippling

„Nachdenklich, leidenschaftlich und ein wenig schüchtern“, beschreibt Siri Svegler sich selbst / Foto: Kristina Schippling

Was möchtest du denn mit deiner Musik erreichen?
Ich möchte Geschichten erzählen, die mich berühren. Für mich ist das eine Art Kommunikation mit anderen. Ich möchte mit offenen Augen durch das Leben gehen. Meine Musik ist dabei ein Kanal für meine Kreativität – offen und ehrlich.

Und was hoffst du, was deine Musik bei den Zuhörern bewirkt?
Ich hoffe, dass sich die Menschen mit den Songs identifizieren können. Auch ich kenne es, wenn man ein Lied hört und denkt: Ja, es geht mir genauso. Gerade wenn man negative Gefühle thematisiert, kann man dem Zuhörer vermitteln, dass er damit nicht alleine ist. Das kann eine große Erleichterung sein. Für mich ist Musik einfach eine andere Art, mit Menschen in Kontakt zu kommen – auf einer seelischen Ebene.

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Über Kathrin Tschorn

Kathrin Tschorn | Freiberufliche Musikredakteurin und Lektorin, beheimatet in Berlin. Stets Musik aus den Bereichen Pop, Rock, Indie, Jazz sowie allem dazwischen auf den Ohren und eine Tastatur unter den Fingern.