Touch by Touch

Joy: Von der Steiermark auf die internationale Popbühne

Sie waren die österreichischen Chartstürmer der 80er Jahre und starteten vom steirischen Bad Aussee in Österreich aus eine einzigartige Popkarriere in einer Zeit, die neben der Neuen Deutschen Welle vor allem geprägt war von US-amerikanischen und englischen Acts, wie Depeche Mode und Duran Duran.

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Alfred Jacklitsch in den 80ern mit „Joy“ und heute mit seinen „Seern“. Fotos: privat, Die Seer; Composing: amusio.com

Alfred Jacklitsch in den 80ern mit „Joy“ und heute mit seinen „Seern“. Fotos: privat, Die Seer; Composing: amusio.com

Zuzuordnen war das Trio der Eurodance-Pop-Welle, deren unangefochtener Platzhirsch Modern Talking war. Mit gleichmäßigem Beat, sphärischen Synthiesounds und Softvocals machten sie sich auf dem gesamten Erdball einen Namen. 1987 führte sie ihre Asientour unter anderem nach Bangkok, Hong Kong und Singapur. Auch in den USA machten sie von sich Reden.

Aufgrund ihrer positiven Melodien und den unpolitischen Texten hatte selbst das damalige DDR-Regime kein Problem mit den Steirern (so nennt man die Bewohner der Steiermark). Ihr Erstlingsssong „Lost in Hong Kong“ wurde von Michael Scheickl geschrieben, der zusammen mit Elisabeth „Lizzi“ Engstler als „Mess“ 1982 Österreich beim „Grand Prix Eurovision de la Chanson“ (heute „Eurovision Song Contest“) in Harrogate vertrat. Die größten Erfolge landete Joy mit „Touch by Touch“ und „Hello“.
Gegründet wurde die Band von Alfred „Freddy“ Jacklitsch als Leadsänger, Andy Schweitzer am Keyboard und Manfred Temmel an der Gitarre.

Zweites Leben
Alle drei sind nachwievor Musiker. Der große Coup gelang allerdings Jacklitsch, der 1996 nicht nur sich selbst neu erfand, sondern auch eine ganz neue Musikrichtung kreierte, die nachwievor schwer einzuordnen ist. Mit der (damals) neunköpfigen Truppe „Die Seer“, der bis 2008 auch Manfred Temmel angehörte, rief Jacklitsch einen Sound ins Leben, den es bis dato so noch nicht gab.

Genre ohne Namen
Es ist nicht Volksmusik und schon gar nicht volkstümliche Musik, obwohl sehr viel Heimatgefühl vermittelt wird. Die Band bedient sich dabei Elementen von Austropop, echter Volksmusik und Softrock sowie dem Salzkammergut-Lebensgefühl, das die Truppe, die inzwischen acht Mitglieder zählt, lebt und deren Fans lieben.

Der Name der Band basiert auf der Tatsache, dass sie als am Grundlsee im steirischen Teil des Salzkammergutes beheimatet gilt. Inzwischen leben die Musiker auch in anderen Regionen Österreichs.

Frontman ist, wie bei „Joy“ auch, Jacklitsch. Das Besondere ist allerdings, dass bei den „Seern“ der dieser gewissermaßen eine untergeordnete Rolle spielt. Getragen wird der Vocalsound von den beiden Sängerinnen Sabine „Sassy“ Holzinger und Astrid Wirtenberger. Die soulige Stimmkraft der beiden, gepaart mit erdigem und vor allem sehr gefühlvollen, schon fast filigranem Sound, das macht die „Seer“ aus.

Nebenher touren Jacklitsch, Schweitzer und Temmel wieder als „Joy“ durch die Lande und bedienen dabei den unaufhaltsamen Drang nach 80er-Musik, vorallem der Fans in Osteuropa, die das bunte Jahrzehnt versäumt zu haben scheinen und viel Nachholbedarf haben.

Joy in den 80er Jahren

Alfred Jacklitsch’s „Die Seer“

Joy bei einem Auftritt 2010 in Moskau

Quellen: Youtube

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