Erfurt im November

Konzerte & Co. zum Aufwärmen im Nebelmonat

Sogar ungemütlichen und kühlen Novembertagen kann dank mancher Veranstaltung in Erfurt Wärme und Licht abgetrotzt werden, mit Konzerten und im Musiktheater ebenso wie mit einem interessanten Workshop. Wer wissen will, wie das barocke London klingt, sollte sich am 9.11. um 17 Uhr im Foyer der Helaba in der Bonifaciusstr. 16 einfinden. Im Rahmen der Reihe „Musik an europäischen Residenzen“ tritt dort das Musica-rara-Ensemble mit Werken der (Wahl-) Londoner  Händel, dessen Konkurrenten Johann Christoph Pepusch, Jean Baptist Loeillet alias John of London, John Baston und (mutmaßlich) John Hamersley auf. Unter Frieder Gauer musiziert das Streicherquartett konzertant, aber auch mit solistischen Stücken für Cembalo und Flöte.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Kubanische Musiker, darunter Isaac Delgado, bei einem Konzert in Lima (Albertotorres, 2010)

Kubanische Musiker, darunter Isaac Delgado, bei einem Konzert in Lima (Albertotorres, 2010)

Dem leidenschaftlichen Son der großen alten Musiker des Buena Vista Social Club hat sich auch die kubanische „zweite Generation“ verschrieben: In der Alten Oper Erfurt gastieren die Musiker unter dem Motto „Pasión de Buena Vista“ ebenso am 9.11. um 19.30 Uhr als einer Station ihrer Europatournee. Die spezifische, rhythmisch-komplexe Mischung aus afrikanischen Klängen mit den spanischen Coplas auf dem Hintergrund des klassischen Erbes der spanischen Kolonialmusik zieht ein internationales Publikum seit den 1990er Jahren in ihren Bann.

Unter einem Dach vereint die „neue“ Oper Erfurt bekanntlich sowohl das traditionelle Musiktheater, Operette und Musical als auch Kinderopern, Dramenaufführungen, Workshops und rein instrumentale Aufführungen. Letzterem Genre widmet sich das 3. Sinfoniekonzert des Opernorchesters am Donnerstag, den 14.11. mit einem Programm von Beethoven über Bruckner zu dem ukrainischen Komponisten Igor Markevitch (1912 – 1983) mit italienischen und französischen Wurzeln, der konzertante Symphonien ebenso schrieb wie er zur Geschichte von Oratorium, Kantate, Ballett, Klavierkonzert oder Trio beitrug. An diesem Abend wird er unter Samuel Bächli mit „Cantique dAmour“ (1936) zu hören sein. Als Solistin können die Zuhörer die Pianistin Alina Bercu mit der Klavierfassung von Beethovens Violinkonzert op. 61 erleben, im Mittelpunkt steht wegen ihrer Länge Bruckners 2. Symphonie c-Moll, die zunächst als unspielbar galt und an der der überaus selbstkritische Komponist noch Jahre nach der Uraufführung feilen sollte (Beginn 20 Uhr).

Vor allem für Jugendliche und Kinder dürfte ein ganz anderes Event an der jungen Erfurter Oper von Interesse sein, nämlich der alle Sinne ansprechende Workshop zu den Blechblasinstrumenten in der Reihe „Instrumentengruppen stellen sich vor“. Tuba, Posaune und Hörner sind hier konkret „greifbar“ und es gibt jede Menge nützliche Informationen zur Spieltechnik und zum Bau der Instrumente, am Donnerstag, den 21. November (Beginn 10 Uhr vormittags). Am 30. November startet erneut wegen des großen Zuspruchs Bizets „Carmen“ in der Oper (Beginn 19.30 Uhr), am gleichen Sonntag fängt auch die musikalische (Vor-)Weihnachtszeit an und zwar mit dem Adventskonzert des Collegium musicum in der Musikschule der Stadt Erfurt (Beginn 17 Uhr).

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler in Erfurt, Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.