Album-Review

Kataklysm – Waiting For The End To Come: Vorsicht, herabstürzende Trümmer durch Blastbeats

Die Welt wie wir sie kennen, kommt zu ihrem Ende. Die Pfeiler der Gesellschaft wackeln erst, plötzlich bricht das Gerüst zusammen und Trümmer rieseln langsam, dann im freien Fall herab auf alles, was unser momentanes Leben ausmacht. Mit „Waiting For The End To Come“ führen die legendären Kataklysm ihre Hörer genau an den Punkt der Apokalypse, die jedoch keinesfalls religiös oder fantasiegeblendet zu verstehen ist, sondern direkt in unsere Realität hineingrätscht.

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Bringt ab dem 25.10. den Zerfall der Welt: Waiting For The End To Come (Quelle: Nuclear Blast)

Bringt ab dem 25.10. den Zerfall der Welt: Der neue Knaller von Kataklysm (Quelle: Nuclear Blast, Artwork von Peter Sallai)

Denn von Drachen, Dämonen und Höllenteufeln wollen die Franko-Kanadier nichts wissen – ihre Texte greifen genau in die urbanen Problematiken unserer Zeit, zeigen mit dem Finger auf das, was uns alle tagtäglich quält und bieten zwar keine Lösung, aber ein realistisches Porträt der heutigen Welt.
Wie aus qualmenden Ruinen dringt somit der Opener „Fire“ empor, packt den Hörer an der Kehle und würgt jegliche Hoffnung einfach ab. Bei „If I was God, I’d burn it all“ spricht der Titel ebenfalls Bände, und beweist wieder einmal wie modern und dynamisch Kataklysm ihr Verständnis von Death Metal angehen. Erst growlt Maurizio Iacono in den Tiefen des Höllenfeuers, um Sekunden darauf zu blutigen Schreien zu wechseln, keine Spur von Genre-Langeweile, und auch der neue Ex-Neuraxis Drummer Oli Beaudoin ballert mit Blastbeats um sich, dass von Kanada bis Deutschland alles erschossen am Boden liegt.
Doch gerade wenn der Kopf es nicht mehr aushält, wechseln Kataklysm das Tempo, streuen ein paar melodische Riffs ein wie in „Elevate“ und verleihen der Scheibe die Abwechslung, für die Maurizio und seine drei Kumpanen schon seit Jahrzehnten bekannt sind. „Waiting for The End To Come“ reiht sich genial in die übrigen 11 brillanten Platten ein und zeigt, dass harte Arbeit und unglaubliche Fannähe sich einfach auszahlen.

Übrigens solltet ihr auf keinen Fall die kommende Deutschlandtour verpassen, die im Januar mit Krisiun und Fleshgod Apocalypse loslegt und bis Mitte Februar quer durch die Republik walzt – falls sie bis dahin überhaupt noch steht und nicht dem Zerfall zum Opfer gefallen ist. Keine Sorge, wenn es ganz schlimm wird und ihr zitternd im Keller sitzt, nehmt euch die weisen Worte von Maurizio aus unserem Interview zu Herzen. Bis dahin: Boah ey, DAT is‘ brutaler Death Metal, wie er sein sollte!

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Über Anne-Catherine Swallow

Geboren 1987 in Heidelberg, aufgewachsen in Paris, Diplom Kreatives Schreiben & Kulturjournalismus aus Hildesheim. Zu haben für alles, was laut, düster und böse ist.