Noel Harrison gestorben

„The Windmills of Your Mind“ machten ihn berühmt

Noel Harrison lebte jahrelang unter einem Fluch, den er mit nicht wenigen Zeitgenossen teilte – demjenigen, der Sohn eines berühmten Vaters zu sein und ihn an Bekanntheit, wenn überhaupt,  immer nur kurzfristig übertreffen zu können. Dennoch schaffte er es im Laufe seiner Karriere,  als eigenständiger Künstler wahrgenommen zu werden. Mit dem Song „The Windmills of Your Mind“ kletterte er in den Charts rasant nach oben: Oscar für den bester Filmsong des Jahres 1968. Damit zog er mit seinem Vater, dem Filmstar Rex Harrison gleich, der 1965 den Oscar für seine Rolle als Professor Higgins in der Musicalverfilmung „My fair Lady“ erhalten hatte.

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Stefanie Powers und Noel Harrison in  "The Girl from U.N.C.L.E." 1966(?) (© NBC Television)

Stefanie Powers und Noel Harrison in „The Girl from U.N.C.L.E.“ 1966(?) (© NBC Television)

Noel Harrison, geboren 1934 in London  als Sohn von Collette Thomas und Rex Harrison,  zog nach der Scheidung seiner Eltern mit seiner Mutter in die Schweiz. Dort brachte er sich zwar angeblich selbst das Gitarrespielen bei, sein Hauptinteresse aber galt dem Sport. In der damals sehr „unbritischen“ Sportart Skifahren setzte er Standards und vertrat unter anderem sein Heimatland 1952 und 1956 bei den Olympischen Winterspielen. Sein Weg führte ihn weiter als Barsänger durch zahlreiche Londoner Clubs, bis er 1956 in die Vereinigten Staaten ging. Dort folgte bald seine erste Single, mit dem Song  „A Young Girl“ von Charles Aznavour. Nächster Stationen waren Film und Fernsehen: Harrison  wurde zu  „Mark Slate“ in der damals berühmten „U.N.C.L.E“ – Serie an der Seite von Stefanie Powers. 1966 kam dann “ Thomas Crowne ist nicht zu fassen“.  Der Titelsong „ The Windmills of Your Mind“ machte Harrison zum Superstar. „Suzanne“ von Leonhard Cohen brachte ihn noch einmal in die Charts zurück. Doch obwohl “Windmills“ noch eine Vielzahl von Coverversionen hervorbrachte und zu dem wurde, was man einen Evergreen nennt, zog sich Harrison aus dem Showgeschäft auf eine Farm in Kanada zurück. Die brannte nieder, und er tourte mit verschiedenen Musicalproduktionen durch Amerika, unter denen auch – Ironie des Schicksals – die Rolle des Higgins  in „My fair Lady“ war, die seinem Vater zu andauerndem Weltruhm verholfen hatte. Schließlich kehrte er nach England zurück und  ließ sich in Devon nieder. Auf YouTube gibt es ein Video zu sehen, in welchem Harrison in einem Siebzigerjahre-Studio, bekleidet mit einem Siebzigerjahre-Rollkragenpullover –  fast schüchtern – seinen Welthit „Windmills“ singt, als könne er seinen plötzliche Ruhm gar nicht fassen. Noel Harrison ist am Wochenende im Alter von 79 Jahren gestorben.

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