Die Welt der Music Collectibles

Helden aus Plastik

Wir Menschen sammeln alles Mögliche. Briefmarken, Ü-Ei Figuren, Stempel im Reisepass. Wahrscheinlich ist das Teil eines archaischen Erbes und stammt aus einer Zeit in der Sammeln und Jagen noch überlebenswichtig war.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Miniatur Gitarre, Quelle XS-Rockstage, Foto: Oliver Hoffmann

Miniatur Gitarre, Quelle XS-Rockstage, Foto: Oliver Hoffmann

Wie wäre es mit einer Gitarrensammlung? Eine Strat, eine Les Paul, Rikkenbacker, Gretsch. Aber wenn man nicht gerade Brian May heißt, wird man sich dieses kostspielige Hobby wohl kaum leisten können. Das bringt uns in die Welt der Miniaturen. Denn eine 25 cm große Gitarre ist für jeden Musikfan erschwinglich.

Neben Musikinstrumenten gibt es aber auch gleich jede Menge Rockstars in der Form von Actionfiguren.

Die Geschichte der Actionfigur beginnt 1964 mit den GI Joe Figuren des Herstellers  Hasbro. Bereits 1959 hatte Mattel die sehr erfolgreiche Barbie Puppe auf den Markt gebracht. Man kann sich vorstellen, dass es den Spielzeugherstellern mächtig in den Fingern juckte, das vielversprechende Konzept einer Anziehpuppe auch auf Spielzeug für Jungen zu übertragen. Aber was sollte man machen. Jungs spielen nun mal nicht mit Puppen. Hasbro ging dennoch das Wagnis ein und kreierte den Begriff „Actionfigur“. Es wurde die strenge Devise ausgegeben: „Don’t call him a doll!“ Das Konzept hatte Erfolg und viele Hersteller folgten dem Beispiel von Hasbro. Neben militärischen Figuren gab es bald auch die ersten Lizenzprodukte wie Superhelden und beliebte Charaktere aus Film und TV. Die Ölkrise Anfang der 70er Jahre ließ die Figuren dann schrumpfen. George Lucas verdiente ein Vermögen mit den Lizenzen für Star Wars Merchandise. Ab 1978 erschienen Unmengen kleiner 3 ¾ Inch großer Actionfiguren zum Star Wars Franchise. Das war natürlich alles Spielzeug…

Alice Cooper Actionfigur, McFarlane Toys, Quelle: spawn.com

Alice Cooper Actionfigur, McFarlane Toys, Quelle: spawn.com

Die Kids aus den 60er und 70er Jahren wurden erwachsen und so mancher fing an, die geliebten Spielzeuge aus der Kindheit zu sammeln. Der Markt der Collectibles war geboren.

Aber warum sollen Actionfiguren denn wie Spielzeug aussehen? Sie könnten doch auch richtig cool sein, das dachte sich Todd McFarlane, seines Zeichens der Erfinder der Comic Reihe „Spawn“. Er gründete McFarlane Toys, um Figuren seiner Comicreihe als Merchandise Artikel zu vermarkten. Schnell kamen die ersten Lizenzfiguren in Form der Movie Maniacs hinzu. Diese Reihe beschäftigte sich mit Klassikern des Horrorgenres. Und bald setze die Firma auch Rockmusikern ein kleines Denkmal, so erschienen z. B. sehr authentische Kunststoff-Darstellungen von Jimi Hendrix, Elvis Presley, Rob Zombie, Ozzy Osbourne, Slash, Jim Morrison, Alice Cooper sowie der Bands Mötley Crüe, Kiss und Metallica. Die McFarlane Figuren erreichten bei vielen Sammlern Kultstatus.

James Brown und Kid Rock simpsonized, Fotp: Sven Ballas

James Brown und Kid Rock simpsonized, Foto: Sven Ballas

Andere Hersteller folgten dem Beispiel mit ganz ähnlichen Konzepten. Analog zu dem Movie Maniacs brachte NECA die Cult Classics heraus und bald auch schon erste Rockmusiker (Kurt Cobain, Freddie Mercury. John Lennon, Joey Ramone, Iggy Pop, Bob Marley) Auf der diesjährigen Comic Con in San Diego stellte NECA eine Serie mit Simpsons Gaststars vor, darunter James Brown und Kid Rock.

Neben den Sammlern gibt es dann noch die Szene der Kitbasher und Customizer. D. h. man kombiniert aus bestehenden Teilen eine neue Figur oder man erschafft gleich eine eigene sogenannte „Customsfigur“. Alles was an Zubehör nicht existiert, wird kurzerhand selbst gebaut.

Damit wären wir dann an der Stelle, wo es heißt, Amusio Redakteure outen sich, denn auch der Schreiber dieser Zeilen wurde irgendwann von diesem Virus infiziert…

Eine Galerie der kleinen Rockstars:

 

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Über Mick Baltes

Jahrgang 1962, studierte Politikwissenschaft und Kunst in Duisburg. Hat Spaß an Blues, Rock und gutem Songwriting. Ist Cineast und TV-Junkie. Arbeitet als Redakteur und Webdesigner.