Feline & Strange plaudern über das neue Album und über sich

„Überzeugungspunks mit Kuscheltiertick“

Episch haben Feline & Strange nicht nur ihren Jazz-Pop getauft. Episch ist auch die Herangehensweise an das gesamte Projekt: aufwendiges Booklet, eine Geschichte als konzeptueller Überbau für das Album „Science Fiction“ und das Einbinden verschiedener Künste verleihen der Gruppe um Schauspielerin, Musikerin, Sängerin und Regisseurin Feline Lang etwas Großes. Episch also auch das Interview, in dem Feline und ihr Lebensgefährte Christoph Klemke über die Entstehung des Albums und der Lust nach Kunst erzählen.

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Ein bisschen schräg, und das ist auch gut so: Feline & Strange (Foto: Holmsohn)

Ein bisschen schräg, und das ist auch gut so: Feline & Strange (Foto: Holmsohn)

Wie ist das Gefühl momentan, bevor das „Baby“ in die Welt gelassen wird?

Feline: Aufgeregt! Und stolz… Als ich das Album schließlich in den Händen hielt, bin ich fast vor Glück geplatzt. Eine Schönheit, innen und außen! Und jetzt, wo ich täglich mit den fertigen Aufnahmen arbeite, an den Videos und Visuals, spüre ich, daß wir etwas wirklich Großartiges und Besonderes geschaffen haben.

Christoph: Da gibt es keinen Ton, keine Silbe, wo wir nicht hundertprozentig dahinterstehen. Es stecken so unglaublich viele Stunden an Kreativität drin, an Liebe, an Detailarbeit; es ist so dicht und vielschichtig, dass man immer wieder etwas Neues entdeckt. Selbst mir als Mitmusiker fallen immer wieder neue Zusammenhänge auf. Ich liebe dieses Album.

Um ein bisschen auf Euch als Band einzugehen: Was ist denn so strange an den Jungs von Strange?

Christoph: Alles!

Feline:(lacht) Na, ich sage mal so: Wir sind alle recht ausgeprägte Persönlichkeiten, sowohl menschlich als auch musikalisch. Überzeugungspunks mit Kuscheltiertick, Extremsammler mit Lötkolben, Musikzyniker, triolische Binnendynamiker, größenwahnsinnige Phantasten. Und an manchen Tagen sind wir auch einfach ne Mädchenband. Wir spotten leider jeder Beschreibung.

Wie würdet ihr denn beschreiben, was ihr da macht?

Feline: Die aus Fanmails entstandene Bezeichnung EpicJazzPop trifft es eigentlich ganz gut. Die Idee war immer Pop. Aber viele Songs sind sehr jazzig oder klingen nach Swing, und manche einnern eher an Kammermusik. Und „episch“ darf man entweder als „dramatisch“ verstehen – oder als „erzählend“, denn alle Songs sind Geschichten, manche sogar regelrechte kleine Opern.

Christoph: Wir fangen immer bei etwas Absurdem an und spielen so lange daran rum, bis es irgendwann komplett logisch klingt – also für uns. Und dabei kommt unser ganz eigener Sound raus.

Feline: Das Cover von SCIENCE FICTION ist bewußt wie ein Filmplakat gestaltet, denn der Inhalt erinnert nicht nur im Sound einzelner Stücke, sondern auch in der Kombination verschiedener Stile an einen Filmsoundtrack mit ständig wechselnden Szenarios, aber einer durchgehenden Story und natürlich durchgehenden Hauptfiguren…!

Also ein Konzeptalbum…

Feline: Ehrlich gesagt, waren die meisten Songs schon da – manche sind sogar lange Zeit in unserem Live-Repertoire. Als ich die Stücke fürs Album ausgewählt habe, ist die Geschichte aber schon irgendwie im Hinterkopf gewesen. Und dann schrieb ich über Nacht „Science Fiction“ – plötzlich war alles fertig, die Aliens, das Cover, die Novelle fürs Booklet, die Bühnenshow und die Kostüme – als wäre es immer schon da gewesen. Also ist es offensichtlich wahr – ich bin tatsächlich ein Alien, und meine verborgenen Erinnerungen beginnen langsam die Oberhand zu gewinnen.

Christoph: Wir wollen als Gesamtkunstwerk verstanden sein, mit Musik und Text, Show, Licht, Videos, Kostümen, Bühnenfiguren. Und aus diesem Gesamtkonzept hat sich das Albumkonzept entwickelt.

Feline: Abgesehen davon habe ich viel zu viele Science-Fiction-Serien geguckt. Von Star Trek bis Doctor Who, alles dabei. Vorzugsweise das alte Zeugs aus den 60ern. Schön bunt, und so optimistisch.

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Über Daniel Dreßler

Freier Musikjournalist und Radiomoderator aus München. Befürworter der alternativen im Allgemeinen und der elektronischen Klangkunst im Besonderen. Der Strom macht die Musik!