Viel zu lang gewartet

Howard Carpendale erfindet sich neu

Heute erscheint „Viel zu lang gewartet“, das von seinen überwiegend weiblichen Fans sehnsüchtig erwartete Album des südafrikanischen Sängers. Nicht-Fans dürften nun mit den Achseln zucken. „So what?!“ Doch „Howie“ hat sich mit seinem neuen Longplayer auf beeindruckende Weise neu erfunden. Oder besser: Carpendale hat zu sich selbst gefunden. Seine momentane Medienpräsenz, u. a. bei Markus Lanz, zeigt einen sensiblen Künstler, der sich intensiv auch mit den Abgründen des Lebens auseinandergesetzt hat. Die Akzeptanz seiner Erkrankung (Multiple Sklerose) sowie die Überwindung seiner Depression münden in die Essenz eines Albums, dass erst zu überraschen, dann zu begeistern weiß.

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Das Warten hat ein Ende (Universal)

Das Warten hat ein Ende (Universal)

Übermorgen dürften bei WDR 4 die Drähte heiß laufen. Denn dann werden zwischen 8:00 und 12:00 Uhr in der Sendung „Mehr Sonntag“ nochmals Tickets für das exklusive Carpendale-Radiokonzert am 5. November verlost. In der intimen Atmosphäre des Kleinen Sendesaals zu Köln wird „Howie“ dann Kostproben seines neuen Albums „Viel zu lang gewartet“ geben. Ein Album, das ausgehend von der Single-Auskopplung „Teilen“ einen starken Interpreten präsentiert, der beweist, dass er viel mehr kann, als Damenherzen zum Schmachten zu bringen.

Dem Album ist auf positive Weise der Schaffensprozess anzumerken, der zu ihm im Ergebnis geführt hat. Howard Carpendale versammelte insgesamt fünfzehn Musiker und Songwriter in einer Art Klausur um sich, um die ans neue Album geknüpften Erwartungen einerseits zu erfüllen und andererseits kreativ zu übertreffen. Das frühere Konzept, eine Schnulze an die andere zu reihen, hat ausgedient. Mit „Viel zu lang gewartet“ rückt Howard Carpendale in die Nähe eines Udo Jürgens, so er auch, anders als der Klagenfurter, seine Lieder schreiben lässt. Aber es kommt auf die Auswahl und die Interpretation an. Und die sind ihm vortrefflich gelungen.

Gut gereift und bestens erhalten: Howie (Universal)

Gut gereift und bestens erhalten: Howie (Universal)

Nachdenklich, manchmal vielleicht eine Spur zu altersweise, bringt Carpendale auf einem exzellent produzierten musikalischen Fundament die großen (oder auch kleinen) Themen des Lebens aufs Tapet. Wem nur seine großen Schlagerhits aus der Vergangenheit geläufig sind, dürfte ins Staunen geraten. Ironiefrei, charmant, menschlich. Die offenen Bekenntnisse des Stars zu seinen Lebenskrisen dürften seiner Glaubwürdigkeit keinen Abbruch tun, Kalkül zu unterstellen verbietet sich.

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