Lou Reed verstorben

Take a walk on the wild side

Die Rockwelt beklagt den Verlust eines der ganz Großen ihrer Zunft: Im Alter von 71 Jahren ist Lou Reed in Southhampton (New York) an den Folgen einer Lebertransplantation verstorben, nachdem zunächst von einem erfolgreichen Heilungsverlauf zu lesen war. Ausgehend von „The Velvet Underground“, jenem bahnbrechenden Meilenstein der Rockgeschichte, beschrieb der Karriereverlauf des Mannes aus Long Island zahlreiche Brüche, die ihn zwischen musikalischen Irrtümern, unsterblichen Klassikern und einem unbestrittenen Kultstatus stets relevant bleiben ließen.

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Lou Reed (Camden International)

Lou Reed (Camden International)

Wenngleich Lou Reed in Sachen Drogen- und Alkoholexzesse wohl nichts ausgelassen haben dürfte, blieb sein Schaffen frei von Glamour und aufgesetzten Posen. Dafür war Reed ein viel zu ernsthafter und immer auch streitbarer Künstler. Neben seinen gleichsam eingängigen wie „dreckigen“ Hits („Perfect Day“, „Walk On The Wild Side“ oder „Coney Island Baby“) zeichnete ihn aus, mit den Mitteln des Rocks auch politisch wirken zu wollen: mal direkt, mal poetisch aber immer von einer offen pessimistischen Weltsicht getrieben und getragen. Er galt als ein eher mürrischer Zeitgenosse, der gegenüber den Medien und seinen Mitstreitern kaum dazu bereit war, Kompromisse einzugehen.

Seine wohl entschiedenste Abkehr von den Erwartungen des Mainstreams manifestierte er 1975 mit „Metal Machine Music“, einer leider in Vergessenheit geratenen Lärmorgie, deren Radikalität auch heute noch starke Nerven voraussetzt. 1990 genießt das Album „Songs For Drella“, das Reed mit seinem musikalischen (und zwischenzeitlich auch menschlichen) Antipoden John Cale schrieb und das Andy Warhol gewidmet war, bei Kritikern höchste Anerkennung. Das 2011 gemeinsam mit Metallica eingespielte Album „Lulu“ wird nun leider seine letzte Veröffentlichung zu Lebzeiten bleiben.

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