Anjas Abwasch

Journalismus – menschlich betrachtet

Journalisten sind alles schuld. Meine Zunft – das sind die Marktschreier der Peinlichkeiten und Wegweiser in die Kanalisation des menschlichem Unrats, der blubbernd unter dem Glamour der öffentlichen Fassaden kocht.  Schon Franz Josef Strauss betitelte uns als Ratten und Schmeissfliegen. Wie wahr, wie wahr …
Was also fiel uns Po-larisierenden, Gepressten und Zerdruckten zur vergangenen Woche spontan ein?

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Journalistengedrängel Quelle: Wikipedia m. GNU

Journalistengedrängel
Quelle: Wikipedia m. GNU

Big Daddy is watching you
Zunächst unsere Mutti. Man hat ihr Handy überwacht. So’n Mist. Da gibt es zig Millionen Bürger in Deutschland und ausgerechnet „Uns-Angela“ wurde vom amerikanischen Geheimdienst nicht vergessen. Und Obama wusste davon überhaupt nie nichts. Ich frage mich also – ganz meiner Zunft entsprechend schwarz auf weiß, wo das Rücktrittsangebot  bleibt?  So vom Gefühl her, konnte Angie ja dem Herrn Obama sowieso noch nie richtig trauen, wissen – uhuuuu, sogenannte Insider! Nur zur Erklärung: Das sind die Mitarbeiter aus dem Bundestag, die im Presseclub an der Bar hocken und warten, dass einer von uns sie spannend genug findet, um sie betrunken zu machen und auszuhorchen! Ehrlich – ich bin ganz aufgewühlt deswegen. Angela hat also doch einen EQ!
Sollte man da als Journalist – ganz diplomatisch – vielleicht nichts mehr schreiben, zu dem ganzen widersprüchlichen Gesülze, dass da über den Teich weichschwabbelt, bis die Lügenwollmaus unter den roten Teppich des nächsten Staatsbesuchs gekehrt wird? (Ich halte nach dem Geheimdienst Ausschau, während ich tippe! Oder hat amusio.com eine sichere Verbindung?!)

Bälle und Bengalen
Verbindungen sind wohl auch nicht so die Sache des Platzwartes von Hoffenheim. Als ob das übliche Zecken/Lederhosen-Gehetze uns Journalisten nicht zum Tabelle-Tot-Titeln reicht. Da ballert Kießling ein geisterhaftes Seitentor zielgenau durch ein Loch im ungepflegten Netz, worauf der Schiri spontan beschließt, dass eigentlich er die Fußballregeln macht. Ich bin König Fussball – und das ist ein To(h)r!
Wenn es nach dem Gehetze im social network geht, versteht man wohl erst jetzt die unglaubliche, intuitive Strategie unseres Bundestrainers! Jogi Löw sagte ja schon vor Wochen, er könne Kießling nicht mitnehmen nach Brasilien! Jetzt wissen wir auch warum – der kann ja gar keine richtigen Tore!
Was noch? Ach ja, Bengalen. Es ist doch toll, wenn man den Vietnam-Krieg im Stadion nachstellt! Clockwork Yellow in Action! Wenn das, was da im Fanblock des BVB los war, straffrei und ohne Folgen bleibt, kann jeder potentielle Selbstmörder demnächst einfach einen Dortmunder  Hool auslachen und ihn als „Mädchen“ betiteln. Hömma – Wer braucht schon Gelsenkirchener und den Torwart der eigenen Mannschaft? Es geht auch ohne Keeper, wenn man einen Mats Hummels hat! Außerdem, der BVB kann sein kleines Hool-Problem ja schlussendlich immer noch lösen, wie Obama die Sache mit Angelas Handy-Hack … „Wie? Bengalen? Nie gehört? Damit geschossen? Quatsch! Die sind doch verboten!“

Gummi ist Pflicht
– doch sagen darfst du’s nicht!
Meine Kollegen haben obendrein herausgefunden, dass so manche Lady, die sich aufgepimpt hat, es so gar nicht mag, als Wiesn-Playmate betitelt zu werden, genauso wie ein Dirndl-Dekolleté nicht  begrapscht werden möchte. Dabei könnte ja auffallen, dass es sich nach Gummi anfühlt! Oder wie klatschheftli.ch, es so schön im Logo hat: Fett für die Cervelat-Prominenz … ist halt meistens aus Silikon!

Randerscheinung Fukushima
Dass jetzt auch Howie – wie Heino – lieber im schwindenden Saft ergraut als in der Versenkung zu verschwinden, war diese Woche allerdings nur eine Randerscheinung. Wie heisst das Album noch mal: Fast zu spät? Am Ende bleibt nur Wurst? Irgendsowas war es doch, oder?
Das war in etwa so wichtig wie das Erdbeben in Fukushima und das Fahrverbot der Musliminnen.
Immerhin lässt sich Orlando Bloom scheiden –  MÄDELS: Orlando Bloom ist wieder am Markt!  Kreisch!
Währenddessen sah man auch die Vorzeigeehe des British Empire: Will und Kate hatten es nämlich romantisch in der Oper in Sydney, – schließlich haben sie sich da kennengelernt.
Kate: „Hör mal Schatz, sie spielen unser Lied“ -…
Will: „Pa-pa-pa … Paparazzi? Lady Gaga? Ist die auch hier? Wäre geil, dann können wir abhauen.“

Alles in Allem – ihr Lieben – Ohne uns Journalisten wüsstet ihr doch gar nicht, worüber ihr Euch aufregen könnt. Und was zu lachen gäbe es schon gar nicht. In diesem Sinne eine schöne Woche! Wir machen schon was draus!

 

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Über Anja Thieme

Anja Thieme lebt in Ost-Westfalen/Lippe und arbeitet seit über 10 Jahren als freie Autorin und Journalistin. Mit der Arbeit für amusio.com verbindet sie ihre große Leidenschaft für Musik mit ihrem Beruf.