Interview mit Mark Jansen

Epica: Zwischen Workaholics, Psychologen und Quantenphysik

Kurz bevor ihre brandheiße DVD „Retrospect“ in den Playern symphonieliebender Metaller festgetackert wird, konnten wir uns noch den niederländischen Topact Epica unter den Nägel reißen, um über den exklusiven Wahnsinnsinhalt der neuen DVD, die 10 letzten Jahre der Bandgeschichte und Gewalt in der Metalszene zu plaudern. Growler und Gitarrist Mark Jansen kam wie immer gut gelaunt, aber auch nachdenklich daher, von dem Stress, den er mit seinen zwei Band erlebt, keine Spur.

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Mark Jansen von Epica beim M'era Luna (Foto: Anne Swallow)

Mark Jansen von Epica beim M’era Luna (Foto: Anne Swallow)

Amusio: Bei eurer neuen DVD habt ihr euch bemüht, so viele Songs wie möglich zu spielen, trotzdem ist es immer noch nur eine kleine Auswahl – wie schwer war es, spezielle Lieder aus den letzten zehn Jahren auszuwählen? Hattet ihr Angst, dass eure Fans dennoch meckern?

Mark Jansen: Leute meckern immer (lacht). Selbst wenn du acht Stunden spielst und nur einen Song auslässt, würden manche fragen, wo denn dieser Song bleibt – aber wir versuchten so viele Fanwünsche wie möglich in die Setlist einzubauen und bei einem dreistündigen Best-Of-Konzert ist im Prinzip für jeden etwas dabei, das ihn glücklich macht.

Wie war es denn für euch, alle Ex-Mitglieder der Band nochmal für diese Show bei euch auf der Bühne zu haben?

Das war einzigartig! Als wir mit der Planung für das Konzert anfingen, glaubten wir nicht, dass es möglich sei, alle Leute unter einen Hut zu bekommen, aber als wir sie fragten, waren sie alle enorm enthusiastisch und obwohl wir seit acht Jahren nicht mehr in diesem Line-Up gespielt hatten, fühlte es sich völlig natürlich an.

Damals habt ihr eure Band ja nach dem Kamelot Album „Epica“ benannt, weil ihr große Fans wart und es eine enorme Inspiration für euch darstellte – wenn ihr euch jetzt betrachtet, wie viel ist von der Bedeutung noch übrig geblieben, werdet ihr immer noch von Kamelot inspiriert oder hat der Name „Epica“ eine völlig neue Bedeutung durch euch erhalten?

Ja, ich war ein riesiger Fan von den damaligen Kamelot mit Roy Khan und es war der Hammer, als wir damals als Vorband von ihnen eine Tour spielen durften. Als Roy jedoch die Band verließ, habe ich ein bisschen das Interesse verloren…

…wer nicht?

(lacht) Aber ich hörte, dass der neue Sänger auch einen sehr guten Job macht, unser Keyboarder Coen hat ja auf ihrer Tour Oliver ersetzt [Freund von Epica-Sängerin Simone, der in „Elternzeit“ ging] und gesagt, das neue Kamelot Line-Up soll immer noch grandios sein – wird Zeit, dass ich mich davon mal selbst überzeuge! Vielleicht sehe ich sie auf einem Sommerfestival!

Ihr habt erst heute auf Facebook gepostet, dass ihr mit der Aufnahme der Gitarren für das neue Album begonnen habt – was kannst du uns vorab schon über die Scheibe sagen?

Sie wird im April 2014 erscheinen! Als Simone schwanger wurde, mussten wir unsere Planung über den Haufen werfen, aber es gab uns gewaltig Zeit, nochmal an den neuen Songs zu arbeiten und wir haben mittlerweile so viele davon, dass wir sie gar nicht alle unterkriegen!
Unser Drummer ist ein echtes Tier, er hat 18 Songs in drei Tagen eingespielt bekommen, deswegen liegen wir ganz gut im Zeitrahmen (lacht).

Wie sieht es mit eurer nächsten Tour aus, wird es nicht schwer sein, Simone inklusive Baby durch die Welt zu kutschieren?

Es ist alles eine Frage der Organisation, wenn sie auf Tour ist, muss Oliver Zuhause bleiben mit dem Kind und umgekehrt ebenso. Aber ich denke, das wird schon klappen, wir richten uns sehr nach ihren Bedürfnissen und ihrer Einschätzung und da sie sich für Kind und Karriere entschieden hat, ist es eben wichtig, dass nichts davon zu kurz kommt.

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Über Anne-Catherine Swallow

Geboren 1987 in Heidelberg, aufgewachsen in Paris, Diplom Kreatives Schreiben & Kulturjournalismus aus Hildesheim. Zu haben für alles, was laut, düster und böse ist.