Amusio gruselt's

Halloween Special: Die Top 3 Horrorfilme der Anja T.

Na, das sollte für mich ja ein gefundenes Fressen sein … Halloween ist doch sicher nicht umsonst mein Lieblingstag. Ich habs ja gerne duster. Tatsächlich? Ehrlich gesagt, habe ich den Samstagnachtshorror auf dem Röhrenprojektor nur zum Anlass genommen, um mit der gruselbegeisterten Familie Popkorn zu essen. Das geht bei realen, psychotischen Hack’n-Slay Filmen wie Saw natürlich nicht ganz so gut. Außerdem brauchen Filme bei mir möglichst eine Handlung. Ex -Laborangestellte killt haufenweise Fleischkauer ist also nicht so meins. Deshalb hat meine persönliche Top 3 eher was von Fantasy-Saga. Und hat verdächterigerweise immer irgendwie was mit Dämonen und der Hölle zu tun.

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Quelle: schnittberichte.de Foto: Hellraiser II

Quelle: schnittberichte.com Foto: Hellraiser III

Platz 1
Hellraiser
Eigentlich (!) war Hellraiser mal richtiger Splatter-Horror. Mensch kauft Horrorwürfel in orientalischer Basarbude und kommt recht bald als schleimiges Matschpuzzle aus der Hölle gekrochen und versucht durch die Hilfe seiner Freundin und das Aussaugen Lebender wieder vollständig zu werden. Logischerweise kommen jene die ihn so zugerichtet haben aus der Hölle hinterher, um ihn zu holen. Die ersten Teile warten mit Schreck, Schock, Ekel und allem auf, was so ein richtiger Horror-Trip braucht. Trotzdem ist Hellraiser fürchterlich umstritten. Manche langweilt es dem Geschleime zuzusehen – ich muss zugeben – mich nicht. Erstens hält mich die Ironie der Dialoge bei der Stange, die Handlung langweilt auch nicht und zweitens mag ich einfach die bildliche Darstellung der Dämonenwelt – man kann dort nicht einmal eine Wand anfassen ohne lebensgefährliche Verletzungen zu erleiden – und ja: meine Fieberträume sehen so aus. Deshalb ist Teil II mein Liebling – eben jener, der die Hellraiser-Hasser erschaffen hat. Kommt schon – kein Kostüm war je wieder so ekelhaft nervenzerrend wie das von Pinhead. Allein sein Anblick lässt schon ahnen, dass ziemlich viele, empfindliche Sachen ziemlich oft durchbohrt und ziemlich schmerzhaft an Haken gehängt werden. Überhaupt sind die Zenobiten auf diese fiese, ästhetische Weise grausam schön –  Normale Horroreffekte wie spritzender Schleim bringen mich halt maximal dazu mit Popcornessen aufzuhören. Ich habe jedenfalls freiwillig alle Teile bis 1996 gesehen und die neueren stehen noch auf dem Programm.

Quelle: schnittberichte.de Foto: Cover/Poster Waxwork

Quelle: schnittberichte.de Foto: Cover/Poster Waxwork

Platz 2
Waxwork

Ich liebe diesen Film – vielleicht weil Romanfiguren die Hauptrollen spielen! Wir sind in einem Wachsfiguren-Kabinett der düsteren Sorte, das verschiedene Szenen berühmter Horrorgestalten nachstellt. Da tummeln sich also Vampire und Werwölfe und andere schaurige Legenden. Und das Kabinett und seine bewohner haben es richtig in sich. Betritt man eine der Szenen wird man von ihr  … na ja, wahlweise zerfleischt, umgebracht usw. und wird logischerweise auch als Leiche Teil von ihr. So richtig faszinierend findet die etwas unterv … forderte Hauptdarstellersfreundin Sarah allerdings die Szene rund um den Marquis de Sade, gerät freiwillig in seine Fänge und lässt sich wonniglich auspeitschen. Als Genießer der Qual lässt der sich natürlich Zeit damit, sie zu töten und hält damit den Verkehr auf (haha!). Denn es soll dem Wachsfigurenkabinett gelingen innerhalb von 6 Zeiträumen 18 Personen zu töten, um den Weltuntergang einzuleiten. Und, … na wer weiß es ….  6 musste sich das Kabinett noch greifen, als die Jugendlichen des Ortes es betraten, vier sind kurz vor Showdown schon tot und wir befinden uns im letzten Zeitraum. Marc muss sich aber erst einmal gegen eine Horde Zombies wehren und kann Sarah und sich dann trotzdem nicht befreien. Die einzige Chance, die bevorstehende Apokalypse aufzuhalten, ist es das Wachsfigurenkabinett abzubrennen. Und das klappt natürlich auch.

Ihr seid ja nur so aufgebracht, weil eure Freundin ihren Orgasmus meiner Peitsche und nicht Eurer Männlichkeit schuldet

Solche Sätze, zusammen mit technisch schon recht ordentlich gemachten Schockeffekten brachten den Film seinerzeit trotz des harmlosen, völlig irreführenden deutschen Titels auf den Index. Seit seiner Neuauflage 2010 ist er ab 16 freigegeben – und blieb tatsächlich dafür ungeschnitten, wie es sich für einen anständigen Horrorfilm gehört.

WarlockPlatz 3
Warlock I+II
Auf Warlock aufmerksam geworden – wie unglaublich peinlich – bin ich durch das gleichnamige Spiel, dass wir für unsere Sega Saturn aus Versehen mitkauften. Und schwupps, ab in die Videothek und die Filme ausgeliehen. So ein Horrorfantasy-Epos und es ging bis dahin an mir vorbei – ts! Hier kommt der Grusel nur sparsam über Schockeffekte und eher über die wirklich komplexe Handlung und einen Hauch Realismus. Der Film macht sich immer wieder über die Sündenbereitschaft der Menschen lustig und deshalb kommt der  Sohn des Satans kommt aus dem 17. Jahrhundert zu uns ins verderbte 20. Jh. und macht seinen Job so richtig gut. Warlock hext nicht nur rum (er kann am Ende, ganz traditionell nur  durch Salzwasser besiegt werden) er trickst einfach alle aus, verführt, betrügt, lügt, zeigt vermeintlich Schwäche und macht dabei sowas von eine gute Figur! Es ist schwierig zu erklären, was den Reiz des Films ausmacht, vielleicht am ehesten seine epische Breite und sein ironischer, schwarzer Humor? Nein, ich bin ehrlich – ich kann bei den wenigen Horrorszenen einfach die Augen zumachen und in Ruhe mein Popkorn essen! Ab und zu ist es nämlich ganz einfach, mich filmisch glücklich zu machen.

 

 

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Über Anja Thieme

Anja Thieme lebt in Ost-Westfalen/Lippe und arbeitet seit über 10 Jahren als freie Autorin und Journalistin. Mit der Arbeit für amusio.com verbindet sie ihre große Leidenschaft für Musik mit ihrem Beruf.