Youn Sun Nah & Ulf Wakenius

Überbordende Spielfreude in der Centralstation

Es braucht nicht viel, um ein Publikum mit guter Musik restlos zu begeistern. Am 25. Oktober genügten in der Darmstädter Centralstation Youn Sun Nah ihre wandlungsfähige Stimme und Ulf Wakenius seine akustische Gitarre. Handwerkliches bzw. sängerisches Können gepaart mit feinsinnigem Humor und Spielfreunde waren die Zutaten beim dritten Konzert ihrer Deutschlandtournee, das Wakenius anschließend auf seiner Facebook-Fanpage mit „Tonight Darmstadt-Centralstation-Fantastic audience!!!“ kommentierte.

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Youn Sun Nah und Ulf Wakenius begeisterten in Darmstadt Foto: Heinz Porten

Youn Sun Nah und Ulf Wakenius begeisterten in Darmstadt
Foto: Heinz Porten

Wakenius eröffnete das Konzert mit einem Potpourri brasilianischer Komponisten und stellte dabei zum ersten Mal an diesem Abend seine Fingerfertigkeit unter Beweis. Anschließend betrat Youn Sun Nah die Bühne. Ihre Zurückhaltung, ja fast Schüchternheit bei der Zwiesprache mit dem Publikum und der Ansage der Stücke wich einem ausgeprägten Selbstbewusstsein und überbordender Spielfreude, sobald sie vom Reden in den Gesang wechselte. Mit ihrer variablen Stimme, die von erstaunlicher Tiefe blitzschnell in höchste Höhen und wieder zurück wechseln kann, schlug sie das Darmstädter Publikum in ihren Bann.

Coversongs und eigene Stücke ihrer zuletzt veröffentlichten CD „Lento“ gehörten ebenso zum Programm wie ein koreanisches Liebeslied und ein französisches Chanson. Nah und Wakenius machten „My Favourite Things“ zum entschleunigten, leicht schrägen Kinderlied oder hatten bei ihrer abgefahrenen Version von „Ghost Riders In The Sky“ genauso viel Spaß wie das Publikum.

Youn Sun Nah beeindruckte mit ihrer wandlungsfähigen Stimme. Foto: Heinz Porten

Youn Sun Nah beeindruckte mit ihrer wandlungsfähigen Stimme.
Foto: Heinz Porten

Präzision und Spielfreude

Sie sorgten mit lautmalerischen Stimmeffekten und schräger Gitarre für geisterhafte Effekte. Bei allem Schalk im Nacken arteten die Aktionen der beiden Musiker nie in Effekthascherei aus, sondern waren Ausdruck der Spielfreunde und des tiefen Verständnisses, dass Nah und Wakenius auf der Bühne verbindet.

Youn Sun Nah hat nicht das Volumen einer Dianne Reeves oder die Bühnenpräsenz einer Dee Dee Bridgewater, braucht sich dank ihrer wandlungsfähigen Stimme aber nicht hinter diesen Jazzdiven zu verstecken. Sie scattet schnell und mit ungeheurer Präzision, wechselt zwischen ruhigem Gesang und Lautmalerei und setzt dabei die große Bandbreite ihrer Stimme gekonnt ein. Stilistisch vereint sie Einflüsse aus ihrer Heimat Korea, dem klassischen und modernen Jazz, Klassik sowie Folk- und Popmusik.

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