AMUSIO GRUSELT'S

HALLOWEEN SPECIAL: TOP 3 HORRORFILME DES PHILIPP D.

Man gönnt sich ja sonst nichts. Und auch wenn jeder Horrorfilm-Freund die Diskussion mit ängstlichen Zeitgenossen kennt, warum man sich denn freiwillig dieser Folter aussetzt: Ab und an muss es eben ein bisschen Grusel sein. Mir geht es dabei weniger um das beste Monsterdesign oder möglichst viel Gedärm im Bild. Richtig gruselt es mich beim unaufhaltsamen Bösen, das über die bemitleidenswerten Charaktere kommt. Schließlich stehen diese ja immer auch stellvertretend für mich als Zuschauer. Deshalb sind auf meiner Liste auch die Klassiker vertreten. Genre-Legenden wie Romero oder Carpenter bewirken eben immer noch am ehesten, dass ich nach dem Filmschauen die Tür abschließe.

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Die Nacht der lebenden Toten (George A. Romero, 1968)

Die Nacht der lebenden Toten: Filmplakat, Quelle: Wikipedia

Die Nacht der lebenden Toten: Filmplakat, Quelle: Wikipedia

Der Klassiker schlechthin. Tatsächlich hat „Die Nacht der lebenden Toten“ nichts von seiner Beklemmung verloren. Den ersten einer lange Reihe von Zombie-Filme drehte Regie-Legende George A. Romero noch in schwarz-weiß, was dem Horror auch heute noch absolut keinen Abbruch tut. Schon die erste Szene, in der die Geschwister Barbara und Johnny am Grab ihres Vaters vom ersten Zombie angegriffen werden, ist effektvoll inszeniert. Gedreht ohne die damals übliche filmische Übertreibung, so dass dem Zuschauer auch heute noch Schauer über den Rücken laufen. Und auch in Sachen Gore muss sich „Die Nacht der lebenden Toten“ nicht verstecken. Diesen Film muss einfach jeder gesehen haben, der sich ansatzweise für das Gruseln durch visuelle Eindrücke interessiert. Wer auf Zombies steht, hat ohnehin keine Ausreden. Schließlich wurden die Zombies in diesem Film von den im Voodoo verankerten Willenlosen zu den aktiveren Fleischfressern, wie sie bis heute geliebt werden.

Wenn die Gondeln Trauer tragen (Nicolas Roeg, 1973)

Die Trauer des John Baxter, der gerade seine Tochter verloren hat, ist der größte Horror, den man sich vorstellen kann. Mehr noch als die besten Monsterdesigns, die präzisesten  Spannungsbilder, nimmt einen das Spiel Donald Sutherlands mit, der in der Trauer selber zum Menschenmonster wird. Da dieses unheilvolle Ereignis gleich in den ersten zehn Minuten passiert, nimmt es die bedrohliche Grundstimmung des Films vorweg. Hinzu kommt, dass Venedig einfach ein perfekter Platz ist für den Plot um die parapsychologischen und okkulten Begebenheiten, mit denen sich Laura und John Baxter auseinander setzen müssen. Die Verfolgungsjagd durch die Gassen Venedigs ist legendär. Durch den Schauplatz und die klaustrophobisch geführte Kamera sieht der Film auch noch unglaublich gut aus. Ein cineastisches Schmuckstück, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

The Fog – Nebel des Grauens (John Carpenter, 1980)

Nicht der gruseligste Carpenter, aber für mich trotz „Halloween“ immer noch der beste. Der Nebel, der sich in der Küstenstadt Antonio Bay ausbreitet, kommt langsam, aber ist nicht aufzuhalten. Die fehlende haptische Wahrnehmung des Nebels macht wohl den größten Grusel aus. Es ist eine Gespenstergeschichte klassischer Prägung, in der eine ganze Stadt quasi in Geiselhaft genommen wird für die Sünden der Großvätergeneration. Das unsägliche Remake von 2005 sollte man sich dagegen sparen.

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Über Philipp Demankowski

Philipp ist freiberuflicher Musikjournalist aus Dresden mit Schwerpunkt elektronische Musik. Daneben macht er Radio, legt Vinyl aus Überzeugung auf und ist Mitbetreiber eines Plattenlabels.