Amusio gruselt's

Halloween Special: Die Top 3 Horrorfilme der Agnes B.

Ich bin der fleischgewordene Albtraum eines jeden Horror- / Slasherfilm-Fanatikers. Schal, Kissen, Kuscheldecke oder unerschrockene Mitgucker werden gut und gerne als Schutzschild gegen hirnfressende Zombies, blutrünstige Psychopathen, rachelüstige Geister, fiese Dämonen oder detaillierte Hinrichtungen hergenommen – gezielte Schrecksekunden und Gruseleffekte treffen bei mir immer ins Schwarze. Mein Puls rast, das Herz pocht, die Hände werden feucht und der Drang doch einfach wegzuschalten oder hysterisch schreiend den Kinosaal zu verlassen wächst. Aber dennoch kann ich weder mir noch meinen geduldigen Mitmenschen meine Lust am horrenden Grauen ersparen. Es macht eben einfach viel zu viel Spaß…

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The Cabin in the Woods

„The Cabin in the Woods“: Eine originelle Parodie seiner selbst!
(Quelle: Universum Film)

Nach langem Hin und Her, Für und Wider und etlichen Ein- und Auswechslungen, einigte ich mich auf folgende Top 3 meiner persönlichen Lieblings-Horrorschocker:

„The Cabin in the Woods“ – das programmierte Grauen

Ein buntes Sammelsurium an Blut, Klischees und das gesamte Gruselkabinett hält „The Cabin in the Woods“ bereit – genau die richtige Überdosis für einen Horror-Dilettanten wie mich. Den chronischen Spoilerterror muss man bei diesem Film erst gar nicht fürchten – schon in der ersten Szene stellen die Macher Josh Whedon und Drew Goddard den Dreh- und Angelpunkt unverblümt zur Schau: geschäftige Kittelträger überwachen fünf Studenten, die sich wenig später in einer perfiden Versuchsanordnung wiederfinden.

Haben wir alles schon gesehen? Ja haben wir!

„The Cabin in the Woods“ ist eine intelligente Parodie seiner selbst. Die fünf „Opfer“, die Hütte fernab der Zivilisation, diffuse Warnungen vorab gleichen der 0815-Pauschalreise in ein unheilvolles Wochenende. Kurzum: Wir sperren junge Menschen in ein Gruselhaus und haben im Anschluss einen Mordsspaß. Das Grauen folgt per Kopfdruck – heutiger Stargast: die angefaulte Zombiefamilie. Aber dabei bleibt es nicht, Freunde origineller Albtraumgestalten kommen hier definitiv auf ihre Kosten und wer sich zwischen Zombieschocker, Alieninvasion oder Psychopathenaufmarsch nicht entscheiden kann sowieso. Denn ein wirklich erstaunliches Kreaturenkabinett aus Clown, Riesenschlange, Zahnfee, Wassermann, Werwolf, Hell Lord, Einhorn oder renitenten Rachegeist wartet schon im Untergrund auf den großen Showdown.

The Conjuring

Warten auf das Grauen selbst: „The Conjuring“
(Quelle: Warner)

„The Conjuring“ – das einnehmende Grauen

Wenn ein Film schon mit einer fiesen Puppe anfängt, dann ist bei mir schon alles zu spät – der Fluchttrieb aktiviert, aber dennoch gelähmt von dem, was da noch kommen mag. So präsentierte sich mir die Heimsuchung des nächsten Films.

Für einige vielversprechend,  für mich lagen beim Namen des Regisseurs schon vor Filmstart die Nerven blank: kein Geringer als Saw-Mastermind James Wan dirigierte „The Conjuring“.

Die perfekte Familie, ein scheinbar perfektes Haus, ein Leben auf dem Land – aber schon zu Beginn macht sich diese gewisse Vorahnung breit, das hier wird nicht gut ausgehen. Eine nicht enden wollende Beklemmung nimmt einen in Beschlag. Bald erklingen auch schon seltsame Geräusche, Uhren bleiben stehen, nachts zerrt etwas am Fuß, der Hund liegt tot im Garten und urplötzlich riecht es nach verfaultem Fleisch. Grund genug sich das Parapsychologen-Pärchen Ed und Lorraine Warren ins Haus zu holen. Doch die pechschwarze Geschichte des Landhause bringt nicht nur diese Beteiligten an ihre Grenzen.

„The Conjuring“ bedient nicht die gefräßige Blutlust der Zuschauer und auch nicht die zusehends gesteigerte Sichtbarkeit des Grauens, sondern hier regiert die Ästethik der Latenz. Abwarten bis das Blut in den Adern gefriert. Die bedrückende Herbststimmung, 70er Jahre Flair und die Kamera als dritter Beobachter und scheinbar böse Macht, die stets bereit ist, in das Geschehen einzugreifen, tun ihr übriges dazu und machen „The Conjuring“ für mich zu einem perfekten Schocker, der einen packt und in den Sessel fesselt.

The Devil's Rejects

Auge um Auge, Zahn um Zahn: „The Devil’s Rejects“
(Quelle: Tiberius Film)

„The Devil’s Rejects“ – das schlachtende Grauen

Es ist angerichtet: Horror-Metal-Virtuose Rob Zombie serviert mit „The Devil’s Rejects“ sein persönliches Abendmahl an maximaler Brutalität. Eine perverse Voyeurismus-Show, ein greller Gewalt-Porno nach dem Motto Auge um Auge, Zahn um Zahn. Mit seinem Dauer-Blutbad huldigt Zombie die abartigsten und blutrünstigsten Todesarten und lässt dabei tief in die Abgründe der menschlichen Seele blicken. Das Böse im Menschen selbst schockiert hier zutiefst. Tabus und Grenzen gibt es nicht, wenn sich der Firefly-Clan einen Weg aus Leichen durch den Süden Amerikas pflastert.

Das Erschreckende ist jedoch nicht der Tod an sich, sondern die Art und Weise wie die Leute sterben und ihr Leben ein grauenhaftes Ende nimmt. Folterknechte und ihr Werk als fesselndes Schreckensszenario, das sich effektiv und auf Dauer in die Gehirnwände brennt, werden zu meiner Nummer drei.

Dem aber noch nicht genug, weitere Lieblings-Horrorspektakel der Amusio-Redakteure finden sich hier:

 

 

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Über Agnes Berndanner

Agnes Berndanner | Freie Musikjournalistin. Geboren in Weißenburg i. Bay., derzeit beheimatet in Mannheim. Studium der Theater-, Musiktheater- und Literaturwissenschaft an der Universität Bayreuth. Zu jeder Situation den passenden Soundtrack, doch zu Hause fühlt sie sich in den musikalischen Extremen.