Es gruselt in der Musik

Horror Musik zu Halloween

Heute ist der Tag von Hexen, Geistern, Toten und Monstern. Halloween gibt nicht nur Filmen, Comics oder Romanen Stoff zum Gruseln. Der pure Horror findet auch in der Musikszene begeisterte Anhänger. Anlass genug, da mal ein Auge auf die verschiedensten Richtungen zu werfen. Bands wie „Kiss“ oder „The Misfits“ oder auch Bela B. sind mit die bekanntesten Vertreter im Geschäft mit dem Grusel. Ob trashig oder wahrhaft gruselig, die Liebe zu Dämonischem und Bösem findet sich in vielen Musikrichtungen. Zu Halloween nun ein paar Empfehlungen für Freunde des Genres.

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Foto: Rike  / pixelio.de

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Ganz ohne Frage motiviert der klassische Horrorfilm die meisten Bands. Vor allem billig produzierte Streifen wie „Dracula vs. Frankenstein“ oder „Dracula und seine Bräute“ aus den 50ern und 60ern inspirieren bis heute. Auch Boris Karloff ist ein Idol für viele Musiker. Dessen Imitator Bobby Picket schrieb 1962 mit Leonard Capizzi den oft gecoverten Song „Monster Mash“. Dieser eher satirische Ausflug ist zweifelsohne ein stilistischer Vorläufer der Horror-Musik.

Die Atmosphäre der Horror-Trash Ästhetik greifen vor allem Bands aus der Psychobilly und Horror-Punk Richtung auf. Als Gründerväter dieser Subgenres müssen unbedingt Bands wie „The Damned“, „45Grave“, „TSOL“ oder „The Cramps“ erwähnt werden. Die einzelnen Szenen grenzen außer in ihren stilistischen Ursprüngen kaum voneinander ab. Die Affinität zum Horror-Kitsch obliegt ihnen allen. Musikalisch prägen vor allem „The Misfits“ die schaurig trashige Szene. Ihnen verdanken wir auch die kultige Frisur „Devillock“.

Auch in der Hardrock Musik gibt es Vertreter, die es gerne gruselig haben. „Kiss“ ist eine der erfolgreichsten Bands überhaupt. Bis 1983 zeigten sich die Herren ausschließlich geschminkt in der Öffentlichkeit. Sie wollten bewusst schockieren und erhielten genau dadurch erhöhte Aufmerksamkeit. Zudem provozierten sie mit exzessiven Bühnenshows. Da wurde schon mal künstliches Blut gespuckt oder eine Gitarre stand in Flammen. Ihre Mischung aus Rock und Balladen wird gerne in die Schublade des Glamrock gelegt. Aber ihr düsteres Auftreten und die wesentlich härtere Gangart stehen eher im Kontrast dazu.

Unbedingt in diese Kategorie des Horrors in der Musik gehört das Musical und dessen Verfilmung „The Rocky Horror Picture Show„. Seit dem Filmstart 1975 bildete sich das Phänomen einer äußerst hartnäckigen Filmgemeinde. Bei den Vorführungen geht jedesmal die Post ab. Das schrille Grusical ist einer der Kultfilme schlechthin. Seit den 80er ist „Time Warp“ einer der Partyhits, welcher jeden zum Tanzen zwingt.

Es gibt nicht nur Musik, die amüsiert, zu Partys animiert oder schockiert. Es gibt auch Musik, bei der man sich wahrlich gruselt. Fernab von Trash und Kostümierung kommen aus der Industrial Ecke wahre Perlen des Schauers. So hat zum Beispiel pünktlich zur dunklen Jahreszeit der Dark-Ambient Künstler „The Stranger“ alias James Leyland Kirby sein Album „Watching Dead Empires in Decay“ veröffentlicht. Das britische Projekt kombiniert sinistere Klänge mit unheimlichen Industrial Sounds. Sie bereiten ein wahrlich schauriges Vergnügen. Ihre Arrangements kann man getrost als Horror-Musik einstufen.

Um in diesem musikalischen Streifzug noch einen weiteren Bogen zu spannen, möchte ich auch noch auf diese eher unerwartete Richtung aufmerksam machen: den Horror-Reggae. Ja auch aus der Ecke des Rocksteady, Ska und Reggae kommt so einiges. Wenn auch nicht gruselig, sondern eher mit einem Schmunzeln aus dem sonnigen Jamaika.

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Über Melanie Labsch

Freiberufliche Grafikerin, Redakteurin und Autorin, lebt in Potsdam, Musik: Indiepop, Punk, Electro, Jazz, Blues, Klassik, Post-Rock, ....