Solche Füchse aber auch:

Captain Capa über ihr neues Album „Foxes“ und die Tour

Am 25. Oktober erscheint mit Foxes das dritte Studioalbum der Elektropunker Captain Capa. Die beiden Jungs aus dem beschaulich provinziellen Bad Frankenhausen in Thüringen machen in dieser Konstellation seit 2007 Musik. Anfänglich bei Cobretti firmieren sie seit 2010 unter dem schillernden Label Audiolith. Mit Foxes haben sich die beiden musikalisch wie menschlich weiterentwickelt. Trotzdem bleibt das ganze sehr tanzbare Elektromukke.

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Foto: Audiolith.

Foto: Audiolith.

amusio.com berichtete bereits über den bevorstehenden Plattenrelease am 25. Oktober. Jetzt hatten wir die beiden im Interview.

Hallo ihr beiden. Euer kürzlich erschienenes Album heißt Foxes. Warum ausgerechnet dieser Name für euer Album und den titelgebenden Song?

Es war tatsächlich so, dass es zuerst den Song Foxes gab, bei dem wir das fragwürdige Balzverhalten des Menschen auf schummrigen Dancefloors als Metapher in die Tierwelt gezogen haben. Da hat sich der Fuchs als kleiner Held herauskristallisiert. Außerdem hat sich in unserem Tour-Sprach-Kauderwelsch seit geraumer Zeit das Kompliment „Du Fuchs, du!“ durchgesetzt, wenn jemand auf Tour etwas besonders schlaues macht. Zum Beispiel, bei Regen den Scheibenwischer zu aktivieren. Als wir dann nach Symbolen und Motiven fürs Album gesucht haben, sind wir immer wieder beim Fuchs gelandet, bis wir ihn einfach zum König der Platte gekrönt haben.

Ihr kommt ja aus dem sehr beschaulichen Bad Frankenhausen, seid aber mit Captain Capa in der ganzen Republik und darüber hinaus unterwegs. Seid ihr mit dem Album nicht nur ein wenig aus den Kinderschuhen sondern aus der ostdeutschen Provinz langsam herausgewachsen?

Herausgewachsen sind wir wohl noch nicht ganz, wir leben schließlich immer noch da. Aber es ist schon so, dass es immer schwieriger wird, nach ein paar Tagen oder sogar Wochen Tourleben wieder in dieses Loch der Provinz zu fallen. Das kann einerseits sehr angenehm sein, weil man sich gut erden kann und Fuß fassen kann, nachdem man ein paar Nächte lang den kleinen Rock’n’Roll Zirkus zelebriert hat. Aber umso auffälliger wird dann eben auch der Graben zwischen dem recht tristen Leben der Kleinstadt, in dem du bloß der Spinner bist, der irgendwas mit Musik macht, und den Wochen, die du in Hamburg im Studio oder beim Songschreiben in Berlin verbringst.

Warum wohnt ihr eigentlich noch immer in Thüringen und nicht im hippen Berlin oder Hamburg?

Es hat sich bisher einfach nicht so ergeben. Wir wohnen ziemlich zentral im Lande, was das Routing des Tourens für uns sehr angenehm macht. Wir haben die letzten Jahre trotzdem so viel Zeit in großen Städten verbracht, dass es zwischendurch auch irgendwie gut war, mal wieder in der ätzenden Dorfdisse abzuhängen oder alte Schulfreunde in der Provinzkneipe zu treffen. Außerdem kommen wir hier mit unseren Audiolith-Billiglöhnen bestens zurecht. In Berlin würden wir unser Geld wohl nur für teure Mischgetränke und Comicshops ausgeben. Aber da wird sicher bald kein Weg mehr dran vorbei führen.

Was würdet ihr selbst sagen, inwiefern hat sich eure Musik auf Foxes im Vergleich zum Vorgängeralbum Saved My Life verändert?

Foxes ist vor allen Dingen inhaltlich ein schwererer Brocken geworden, weil die Songs noch ein Stück persönlicher und intimer geworden sind, als das bei Saved My Life z.B. der Fall war. Was den Sound angeht, haben wir uns diesmal einfach richtig ausgetobt. Mit Saved My Life haben wir unseren Sound ja irgendwie gefunden und ausformuliert, dafür wollten wir diesmal etwas weiter über den Tellerrand schauen und Experimente zulassen. Wir haben angefangen, R’n’B Parts zu säuseln und Mini-Gitarren zu zupfen, haben zerbrochene Xylophone gesamplet und Gitarrensoli mit dem Mund eingesungen. Das hat jede Menge Spaß gemacht und macht die Platte auch beim zehnten Hören noch spannend. Wir empfehlen Kopfhörer und ganz laut machen!

Seit dem 25. Oktober seid ihr auch wieder auf Tour durch das ganze Bundesgebiet. Auf welchen Gig freut ihr euch denn schon besonders?

Wir freuen uns natürlich immer auf alle Gigs! Besonders aufgeregt sind wir aber vor den ersten zwei-drei Auftritten, da muss man sich noch an die neuen Songs gewöhnen und schauen, was bei den Leuten zündet und wo man noch was drehen muss. Außerdem freuen wir uns auf die Auftritte mit Schafe & Wölfe, die wir endlich mal live sehen wollen!

Und was möchtet ihr unseren Leserinnen und Lesern zum Schluss noch mitgeben?

Am liebsten einen Sack voll Gold! Da wir den aber nicht haben, probieren wirs mit einem weisen Rat und einer Einladung: 1. Das Leben bitte nicht zu ernst nehmen und 2. auf unserer Tour vorbeikommen und mit uns am Merchandise-Stand einen zu süppeln. Danke!

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Über Stefan Christoph

Stefan Christoph | Stefan Christoph ist im bürgerlichen Leben tagsüber Politikwissenschaftler. Nachts legt er jedoch sein dunkles Cape an und wird zum Musikredakteur, Texter und Grafiker.