Vampirisches Autorenkino

Jim Jarmusch: Only Lovers Left Alive

Dass sich Vampirmärchen auch jenseits von Teanager-Kitsch à la Twighlight und Co bewegen können, beweist der neue Film von Jim Jarmusch. Zu Weihnachten kommt seine düstere Romanze um ein blutsaugendes Liebespaar ins Kino. Der Regisseur erfüllt sich mit „Only Lovers Left Alive“ ein langjähriges Traumprojekt.  Kunstvoll und leidenschaftlich wird die Geschichte eine die Zeit überdauerte Liebe des Underground-Musikers Adam und seiner geheimnisvollen Geliebten Eve erzählt. Seit einiger Zeit kursieren schon vielversprechende Filmclips im Netz. Jetzt gibt es einen offiziellen Trailer.

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Adam und Eve Quelle: Sony Pictures Classics

Adam und Eve
Quelle: Sony Pictures Classics

Adam (Tom Hiddleston) und Eve (Tilda Swinton) beobachten seit Jahrhunderten die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft. Während sie ihr untotes Leben in vollen Zügen genießt, gerät der Musiker immer tiefer in Depressionen. Eve möchte ihrer großen Liebe unter die Arme greifen, als sie dessen Leiden spürt. Jedoch erhält das Leben des Paares gehörige Verwirrung, da die kleine, unkontrollierbare Schwester von Eve auftaucht. Die moderne Welt um sie bricht zusammen. Werden die beiden fragilen Wesen dieses Chaos überleben?

Tom Hiddleston, derzeit auch in „Thor“ zu sehen, und Tilda Swinton geben sich extrem harmonisch und überzeugend als moderne Vampire. Die Leidenschaft ist schon in den wenigen bekannten Ausschnitten spürbar. Das etwas überstrapazierte Genre bekommt einen völlig neuen Touch durch diesen Autorenfilm. Im August feierte man bereits Premiere in Cannes. Auch die Besetzung der Nebenrollen kann sich sehen lassen: Mia Wasikowska („Alice im Wunderland“), Anton Yelchin („Star Trek“), Jeffrey Wright („James Bond“) und John Hurt („Harry Potter“) gehören mit zu der hochkarätigen Crew. Gedreht wurde übrigens zu großen Teilen in Deutschland.

In einem Film über einen Rockmusiker spielt natürlich auch der Soundtrack eine große Rolle. Jim Jarmusch bewies schon in früheren Produktionen wie „Dead Man“ und „The Limits of Control“ seine Affinität zur Musik und gab ihr zentrale Rollen im Plot. Die Musik zu diesem Film kommt teilweise aus der Feder des Autors und Regisseurs selbst zusammen mit seinem musikalischem Partner Joseph van Wissem. Gemeinsam produzierte Jarmusch mit dem Künstler schon im letzten Jahr das Album „Concerning The Entrance Into Eternity“, einer Verbindung klassischer Laute und elektrischer Gitarre.

Neben den eigenen Kompositionen sind auch einige Originale auf dem Soundtrack vertreten. So beispielsweise Wanda Jacksons Klassiker „Funnel of Love“ und „Hal“ von der Newcomerin Yasmine Hamdan. Auch Lieder der eigenen Band Jim Jarmuschs, Sqürl, finden Platz in dem sehr musischem Drama. Alles in allem erwartet einen der perfekte Mix aus Sixties Garage und Punk. Start für das komplette Filmwerk ist der 25.12.13, hier aber der erste Trailer, welcher Laune auf mehr macht:

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Über Melanie Labsch

Freiberufliche Grafikerin, Redakteurin und Autorin, lebt in Potsdam, Musik: Indiepop, Punk, Electro, Jazz, Blues, Klassik, Post-Rock, ....