Fieser Flaschenwurf

Justin Bieber bricht Auftritt in São Paulo ab

Völlig zu Recht verließ der sympathische Jungstar Justin Bieber (19) am vergangenen Samstag seine Bühne in der brasilianischen Chaos-Metropole. Wie ein „You Tube“-Video nachweisen will, soll es sich um eine Plastikwasserflasche gehandelt haben, die dem hübschen Kanadier sein Arbeitsgerät (Mikro) aus der Hand schlug. Grund genug, um dem gemeinen Publikum die Grenzen seiner Compliance aufzuzeigen. 35 000 Fans im ausverkauften „Centro de Anhembi“ schrien, brüllten, zogen sich aus – doch das ansehnliche Drogenwrack in spe zog es vor, den Backstage auf ihn wartenden „schokobraunen Samba-Schönheiten“ (R. Brüderle) zuzusehen.

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Justin vor Flaschenwurf (Saul Martínez)

Justin vor Flaschenwurf (Saul Martínez)

„Volltreffer“ („golpe totaaaaaauuuuououllll“) skandierte noch der Pressevertreter nebenan, doch da war der Auftritt des laufenden Weltkulturerbes schon gelaufen. Ein überaus gezielter und somit wohl auch vorsätzlicher Plastikflaschenwurf (ob da noch was drin war, ist nicht mehr aufzuklären), der, um ein Haar, schwerste Gesichtsverletzungen hätte verursachen können, gemahnte den beleibten Kinderstar daran, dass ein jeder Gang auf die Bühne auch der letzte sein könnte.

Einer Öffentlichkeit ausgesetzt, die offenbar zwischen Begeisterung und Körperverletzung nicht mehr zu unterscheiden weiß, kannte Justin Bieber die einzig richtige (und wohlmöglich lebensrettende) Antwort: Konzertabbruch! Wäre ja auch noch schöner (noch schöner allerdings, hätte es sich um eine Glasflasche gehandelt, mit Caipirinha-Resten drin), wenn man sich vom brasilianischen Pöbel alles gefallen lassen müsste!

Justin Bieber gebührt höchster Respekt: konsequent und erzen entschlossen, blieb er dort, wo er sich wohlfühlt und auch hingehört: Backstage, erst mal eine Fanta zischen und sich dann den Steroid-Wundern Brasiliens („ordem e progressão“) widmen, was seiner jungen Seele – im Gegensatz zu dem heimtückischen Flaschenwurf – wohl kaum einen Schaden hat zufügen können. Und siehe da, am Sonntag zu Rio konnte das juvenile Multitalent wieder befreit aufspielen, wenn auch sein Publikum Erfrischungsgetränke in der Mundhöhle mitzubringen hatte.

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