Schöner stauen

WDR 4 revolutioniert Verkehrsdurchsagen

Die liebenswerte Radiomoderatorin Carina Vogt hat heute Morgen nicht nur „sämtliche Computer lahmgelegt“, sondern im Zuge dessen auch eine neue Form der Verkehrsdurchsagen (Staumeldungen und Warnungen vor verirrten Menschen) aus der Taufe gehoben, die sicher Schule machen wird. Nur die Songauswahl zur Untermalung des aktuellen Straßenstandsberichts – Herman‘s Hermits‘ „No milk today“ – lässt noch Luft nach oben. Findige Unterhändler haben den Kontakt zu Mike Krüger bereits aufgenommen. Dieter Zetsche telefoniert reuig mit Désirée Nosbusch, Martin Winterkorn ist außer Haus …

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Ab sofort ein Vergnügen: Stau mal wieder (spassfieber.de)

Ab sofort ein Vergnügen: Stau mal wieder (spassfieber.de)

Kurz nach acht am Morgen schlug der Zufall zu: Carina Vogt kämpfte mit der Technik und konnte nicht ahnen, was ihr Kampf auslösen würde. Als sie dann endlich die von tausenden Autofahrern sehnlichst erwarteten Staumeldungen präsentieren konnte, lief die Musik einfach mit! „No milk today“ – Solidarität mit allen Milchlastern auf dem Weg zur Käserei! Im Schicksal verbunden, wandelt sich das Ärgernis (Stau) zum Kinderspiel: die Mucke macht’s. Ab sofort liegen Verkehrsdurchsagen mit musikalischer Untermalung voll im Trend.

Und was hat das jetzt mit Mike Krüger zu tun? Nun, Mike Krüger hat vor ca. fünfundreißig Jahren DIE Hymne auf den Spaß am Stau geschrieben und interpretiert: „Wir haben im Radio immer nen Sender drin, und wird ein Stau gemeldet, fahren wir gleich hin … doch wenn man richtig was erleben will, da darf man nicht sparn, da muss man Samstag fahrn, wenn alle fahrn“. Trotz der hier gebotenen Textlastigkeit dürfte der neuen Einnahmequelle des Ausnahme-Quickborners nichts im Wege stehen, es sei denn, es staut sich in den Köpfen der Musikredaktionen. Schließlich gilt es, die Begriffe „Verkehr“ und „Stau“ im Sinne einer geeigneten Untermalung zukünftiger Staudurchsagen nicht in die Doppeldeutigkeit abrutschen zu lassen.

Am Ende wird wahrscheinlich wieder ein Konsens stehen: Nehmen wir halt die Filmmusik zu „Traffic – Macht des Kartells“ (Cliff Martinez) oder die von „Superstau“ (Piet Klocke). Dabei wären Bach-Kantanten oder „Johnny Blue“ der unvergessenen Lena Valaitis greifbare Alternativen, um dem Standfahren eine neue Erlebnisqualität zu verschaffen. Wie soeben gemeldet, hat Herr Zetsche sein Telefonat beendet – und weist nun seine Spitzen-Ingenieure und Tüftler und Nerds an, für die nächste S-Klasse eine „Staumeldung on demand with music“ – Applikation zu entwickeln. Und: Er hat den großen Quickborner Mike Krüger sogleich ins Kompetenzteam berufen. Von VW, Toyota, General Motors und Lada noch keine Rückmeldung … wir bleiben am Steuer! Und die liebe Carina Vogt fährt mit …

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