Das Methörnchen

Metal – Deutsch, Deutsch – Metal

Um die Metal-Subkultur zu verstehen, wirft man am besten einen kurzen Blick in die Hip-Hop-Szene: Ich habe im Titel den Duden gebitet. Das macht aber nichts, denn der Duden wird mich wohl nicht dissen oder mich zum Freestyle-Battle herausfordern. Es gibt keinen Stress zwischen uns, keinen Beef. Der Duden sieht das ganz locker. Wer hat das ohne die Google-Suche verstanden? Hip-Hop ist mehr als Rap, das ist Graffitis sprühen, Breakdance, Beatboxing, Beats zu produzieren und Rap ist es eben auch. Dazu gehört eine spezifische Sprache, die sich vor allem durch einen eigenen Wortschatz auszeichnet.

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Foto: Markus Lauert

Foto: Markus Lauert

Im Metal hängt hingegen alles an der Musik. Von der Kleidung, über den Anlass der szeneinternen Treffen bis hin zu den Gesprächsthemen: Es dreht sich irgendwie um Bands, Genres, Konzerte, Festivals und Instrumente. Dabei ist die Sprache der Metaller auch für Außenstehende gut verständlich, zumindest werden keine gebräuchlichen Worte durch Szene-Worte ersetzt. Ein Streit ist ein Streit, kein Beef.

Trotzdem stolpert man als Szene-Neuling über Begriffe wie Blastbeat, Riff und Moshpit. Das schwierigste Metal-Vokabular stammt wohl von Instrument-Virtuosen, die aber nur dann so richtig loslegen, wenn sie unter ihres gleichen sind. Zwei Schlagzeugern unter sich zu erleben, wie sie darüber sprechen, wie man die Becken am besten beschichtet, in welche Produkte welcher Firma man investiert und dass man doch auch mal leere Bierdosen betrommeln könnte, ist zwar spaßig, aber vergleichsweise selten (was die Schlagzeugern im Übrigen bedauern). Eher wird darüber gefachsimpelt welches Bier das Beste ist.

Dann sind da noch die vielen Namen der Musiker, Bands, Lieder, Alben und Genres, die einem Neuling schnell zu schaffen machen können. Den Unterschied zwischen Viking Metal und Pagan Metal zu erklären, artet dann geschwind in eine Debatte aus, die einen an die Abseits-Thematik im Fußball erinnert und wahrscheinlich ebenso ewig anhalten wird.

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Über Markus Lauert

Westfälischer Lehramtsstudent, der neben seinem Studium journalistische Erfahrungen sammelt. Aus dem Metal-Bereich kommend, unternimmt er immer wieder Reisen in fremde Musik-Genres. Wohl fühlt er sich ebenfalls mit Postrock, Folk und Filmmusik.