Außenseiter bald Spitzenreiter?

Gitarrist Link Wray nominiert für die Hall of Fame

Fred Lincoln „Link“ Wray Jr., alias Link Wray, war einer der begnadetsten Gitarristen des Rock’n’Roll. Er gilt auch einer der Urväter des Punkrock, zahlreiche namhafte Gitarristen wählten ihn zum Vorbild. Das scheinen die Verantwortlichen für die Nominierungen für die „Rock’n‘ Roll Hall of Fame“ inzwischen auch gemerkt zu haben. Zumindest steht Link Wray, Jahrgang 1919, in diesem Jahr auf der Liste der Nominierten.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule
Link Wray in Action Foto: Flickr.com Eric Frommer, armadilo60

Link Wray in Action Foto: Flickr.com Eric Frommer, armadilo60

Eigentlich ist es ein Hohn, dass der begabte Gitarrist noch nicht in die Ruhmeshalle aufgenommen wurde. So steht er zusammen mit solchen „Rock-Acts“ wie Chic, LL Cool J, NWA, Linda Ronstadt oder Cat Stevens auf der Nominierungsliste, alles – wie so oft bei den Nominierungen bemängelt – keine echten Rock’n’Roller. Link Wray war einer – durch und durch. Nach Einsatz im Koreakrieg, anschließender Tuberkulose und damit verbundenem Verlust der Singstimme, verlegte sich Wray schon früh auf Gitarren-Instrumentals. Mit seinen Brüdern Doug und Vernon hatte er die Gruppe „Link Wray & the Wraymen“ gegründet. Zuerst spielten die drei Brüder beim „American-Band-Stand“ als Begeleitband für andere Künstler. Bei den Proben zu der TV-Show entstand auch der Klassiker „Rumble“, der zuerst unter dem Titel „Oddball“ bekannt wurde.
Neil Young hat einmal über Wray und seine musikalischen Talente gesagt: „If I could go back in time and see any band, it would be Link Wray and the Raymen.“ Jimmy Page, legendärer Led Zeppelin Gitarrist, spielt in seinem Hobbykeller im Film „It might get loud“, seinen Besuchern The Edge (U2) und Jack White (White Stripes) eine Version von Wray’s „Rumble“ vor und gerät dabei in Verzückung. Link Wray war jahrelang die dreckige, kantige Antwort auf Hank Marvin und seine glatt polierten „Shadows“. Im Laufe seiner Karriere erschuf Link Wray noch einige Perlen des Gitarrenrocks. So kennt heutzutage noch jeder die „Batman“-Titelmelodie der gleichnamigen Serie aus den Sechzigern. Ebenfalls unvergessen ist Wray’s Kollaboration mit dem „Rockabilly Punk“ Robert Gordon. Bei der Zusammenarbeit Ende der 70er Jahre entstanden solche Juwelen wie „Red Hot“, „Fire“ oder „The way I walk“.
Aufgrund seiner bewegten Lebensumstände, und einem recht sorglosen Umgang mit Drogen, gelang es Link Wray nie seine Karriere durchgehend erfolgreich zu gestalten. Am 5. November 2005 ging der Gitarrist, dem indianisches Blut durch die Adern floss, in die ewigen Jagdgründe ein. Seine Musik wird immer unvergessen sein, dafür sorgen schon Kultregisseure wie Quentin Tarantino, der immer wieder Wray’s Songs in seinen Filmen einsetzt. Bis zum 10. Dezember können Fans auf der Web-Seite des amerikanischen „Rolling Stone“ abstimmen, wer in die Rock’n’Roll Ruhmeshalle einziehen soll, Link Wray wird in diesem Jahr vielleicht dabei sein – meine Stimme zumindest hat er schon!

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!

Über Guido Kaiser

Guido Kaiser | Studium: Germanistik und Medienwissenschaften - Beruf: Redakteur für verschiedene TV-, Print- und Online Medien - Tätigkeit: Presse-, Medien- und Marketingberatung - Hobbys: Musik verschiedenster Stile, Sport - besonders Fußball, Hunde