Neben und vor den Laternenumzügen in Erfurts Altstadt

Barock, Klassik und ganz Anderes zum St.-Martinstag

Am Vortag und -abend zu St. Martin erwartete Erfurter Gäste und Bürger ein bunt gestreutes Programm auf verschiedenen Bühnen der thüringischen Hauptstadt. Im Angermuseum gab es am späten Vormittag „Galante Trios“ mit live nicht oft gebotenen Preziosen aus der späten Barockzeit zu hören, nämlich Triosonaten von Arcangelo Corelli über Georg Philipp Telemann bis zu Johann Joachim Quantz, dem Flötisten aus dem Umfeld des preußischen Königs Friedrich II., gespielt von Gundula Mantu, Violine, Eugen Mantu, Violoncello, Steven Tailor, Traversflöte und Christoph Dittmar am Cembalo.

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Grüße vom St. Martinstag Erfurt von einer Postkarte (Xenophon)

Grüße vom St. Martinstag Erfurt von einer Postkarte (Xenophon)

Das populäre Indianermusical Yakari live vergnügte die Kleineren, aber auch Eltern und Großeltern in der Messehalle Erfurt am Nachmittag, natürlich nach der von manchem genossenen Gans mit den schmackhaften Thüringer Klössen. Ebenso familienfreundlich präsentierte sich um 17 Uhr das Martini-Sonntagskonzert mit dem Duo Klassik aus Weimar im Kulturforum Haus Dacheröden, nicht weit vom Angermuseum entfernt. Alia Trofimova am Klavier und Yakov Geller an der Querflöte führten durch ein „instrumentalisiertes“ Konzert rund um das 200 Jahre alte „Geburtstagskind“ Giuseppe Verdi, wobei auch aus Opern anderer Meister paraphrasiert wurde, wobei etliche Ohrwürmer erlangen, nicht zuletzt der Gefangenenchor aus Nabucco – eine vergnügliche Variante aus einem ernsten Musiktheaterprogramm …

Tatsächlich einem ernsten, besinnlichen Thema widmeten sich die jiddischen Lieder aus dem Wilnaer Ghetto unter dem Motto Ez iz geven a Zumertog, zu hören am frühen Abend in der Begegnungsstätte Kleine Synagoge im Rahmen der jüdisch-israelischen Kulturtage. Fans von Pop- und Rockmusik kamen die Konzerte mit Francesca Urio & No Illusion im Café Nerly sowie mit der Klaus „Major“ Heuser Band mit Thomas Heinen und „Men in Trouble“. Um das Kulinarische aber zu guter Letzt nicht zu vergessen: Auf dem Domplatz konnten sich kleine Laternenträger an manchem Stand auf Kinderpunsch, Crepes, ungarischen Langos oder schokolierte Äpfel freuen.

 

 

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler aus München; Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.